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Papas nicht vergessen – Gleichstellungspolitik muss in alle Richtungen gehen.

Papas nicht vergessen – Gleichstellungspolitik muss in alle Richtungen gehen.
Oktober 28
15:08 2016

Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist in vielen Bereichen noch lange nicht erreicht. Gerade Frauen haben es zum Beispiel im Beruf oftmals schwieriger als Männer. Es gibt aber an einigen Stellen auch Benachteiligungen von Männern, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte. Gleichstellungspolitik muss in jede Richtung zielen.

Gerade von Vätern erwartet die Gesellschaft heutzutage echte Superheldeneigenschaften. Von Papas wird viel gefordert, ohne spezielle Förderangebote in petto zu haben. Sobald eine Elternbeziehung zwischen Vater und Mutter auf der partnerschaftlichen Ebene zerbricht, potenzieren sich alle Schwierigkeiten auch noch. Die Trennung vom eigenen Kind, zu dem man nun in der Regel nicht mehr täglich Kontakt haben kann, belastet viele Väter auch emotional sehr stark. Dennoch haben sie gemeinsam mit dem anderen Elternteil einen Erziehungsauftrag zu erfüllen, der die Zukunft und das Wohl der Kinder maßgeblich beeinflusst. Wir müssen engagierten Papas zur Seite stehen.

vaeterzentrum2-minDie Fraktion „FDP & DIE STADTGESTALTER“ gibt mit einer Ratsinitiative den Impuls, Papas in Bochum unter die Arme zu greifen. Sie sollen in unserer Stadt jemanden zum Zuhören finden und spezielle erlebnispädagogische Angebote mit ihren Kindern wahrnehmen können. Eingebettet in die lokale Hochschullandschaft kann ein niedrigschwelliges Väterzentrum auch durch besondere Bildungsangebote und Kurse eine positive Vaterrolle vermitteln. Um dafür eine Basis zu finden, braucht man auch nicht das Rad neu erfinden, sondern kann sich den nötigen ersten Input aus Berlin holen. Dort gibt es seit einigen Jahren bereits das „Berliner Väterzentrum„, das 2009 mit seinem „Papa-Café“ und „Papa-Laden“ als „ausgewählter Ort im Land der Ideen“ von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurde. Auf professioneller und wissenschaftlicher Weise werden dort organisierte Carrerabahn-Rennen, Pippi-Langstrumpf-Parties speziell für Väter und Töchter sowie Piraten-Urlaubsreisen angeboten. Gleichsam gibt es auch Programme für die ganze Familie. Ebenso lädt ein regelmäßiges „Papa-Café“ ein, sich unter kinder- und väterfreundlichen Bedingungen mit anderen engagierten Vätern zu vernetzen. Genau das brauchen wir auch für Bochumer Papas und ihre Kinder.

Übrigens sollte der Begriff Vater weit gefasst werden. Ein Bochumer Väterzentrum sollte sich nicht nur an biologische Väter richten, sondern an jeden Mann, der Verantwortung für ein Kind übernimmt. Dies gilt ganz besonders auch für schwule Paare und Menschen, die ohne biologisch männlichen Geschlechts eine Vaterrolle übernehmen. In einem zweiten Schritt könnte man zukünftig auch eine Kooperation mit der JVA Bochum anstoßen, um bessere Zukunftschancen für die Kinder von Strafgefangenen zu bieten.

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Dennis Rademacher

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Mitglied des Rates der Stadt Bochum

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