{"id":4470,"date":"2023-06-18T15:42:19","date_gmt":"2023-06-18T13:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/bojournal.de\/?p=4470"},"modified":"2023-06-18T15:42:20","modified_gmt":"2023-06-18T13:42:20","slug":"politische-wappen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/bojournal.de\/?p=4470","title":{"rendered":"Politische Wappen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt ein paar Sprichw\u00f6rter im Deutschen, die sich letztlich auf heraldische Wappen und ihre Nutzung beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFarbe bekennen\u201c bezieht sich etwa auf die heraldischen Farben oder \u201eTinkturen\u201c, denn entweder Silber oder Gold respektive Wei\u00df oder Gelb sind in jedem heraldischen Wappen enthalten. Nur in einem kirchlichen Zusammenhang k\u00f6nnen beide auftauchen, weil der dann heilig ist und der liebe Gott hat es dann erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"401\" src=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3133\" srcset=\"http:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png 1024w, http:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-300x118.png 300w, http:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-768x301.png 768w, http:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Bekannt ist auch der Ausdruck \u201eetwas im Schilde f\u00fchren\u201c. Im realen Schilde sichtbar f\u00fchrt ein herumreitender Ritter beim Gestechturnier h\u00e4ufig ein Dingsda oder Viech. Verschiedene St\u00e4dte haben eine Stadtmauer (siehe Recklinghausen), Bochum hat einen spannenden Schm\u00f6ker, die Grafschaft Schwalenberg hat eine Schwalbe. (Das passt da prima vom Namen her.) Ganz, ganz viele Wappen zeigen L\u00f6wen (oder heraldische Leoparden). Dazu gibt es in Heroldskreisen den uralten Besserwisserspruch: \u201eWer kein Wappen hat, hat einen L\u00f6wen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ltere und schwergewichtigere Wappen haben aber allgemein gar kein solches Symbol, sondern nur eine Anordnung von Farben\/Tinkturen. Und je weniger und simpler das aussieht, umso \u00e4lter und gravit\u00e4tischer sind der Stifter und der Tr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kommen wir zu Wappenbedeutungen. Einige Schlawiner meinen dazu, die g\u00e4be es gar nicht, nur, weil ihnen selbst der Durchblick fehlt. Tatsache ist aber wohl eher, dass der Erfinder eines Wappens (gehei\u00dfen \u201eWappenstifter\u201c) sich etwas gedacht hat, wo nicht unbedingt immer jeder sofort wei\u00df, was das soll. Meistens tut das aber die liebe Familie zum Wappen, oft kann man Dinge aus einem Zusammenhang schlie\u00dfen, und dann wieder kommt nach einigen hundert Jahren irgendwer her, und deutet ein Wappen um.<\/p>\n\n\n\n<p>Ungef\u00e4hr \u00e4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Logos in der deutschen Politik. Parteien hierzulande werden klassischerweise irgendwelche Farben zugeordnet. Urspr\u00fcnglich waren davon nur wenige relevant. Mittlerweile gehen Farben in einer Grundform aber aus. Also werden manchmal Abstufungen gew\u00e4hlt, und manchmal Farben doppelt vergeben. Die Partei der \u201eGrauen\u201c, will hei\u00dfen: der Greisen, Senioren und weisen Gurus auf Berggipfeln, hat die Farbe grau. Die PARTEI hat aber auch die Farbe grau. Vielleicht will man damit satirisch auf die \u201egrauen Herren\u201c (kapitalistische B\u00f6sewichte) im Roman \u201eMomo\u201c anspielen. Einen Zusammenhang mit dem \u201egrauen Rat\u201c aus der SF-Serie \u201eBabylon 5\u201c halte ich jedenfalls f\u00fcr unwahrscheinlich. Daf\u00fcr habe ich bisher zu wenige Minbari in der PARTEI erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier verdeutlicht sich eine Parallele zum eingangs Beschriebenen: Fr\u00fcher mal hat sich irgendjemand was gedacht bei der Optik, Generationen sp\u00e4ter haben die Leute die zugeh\u00f6rigen Kenntnisse verbaselt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbbedeutungen sind dabei sowieso am wenigsten deutlich. Warum haben angeblich \u201elinke\u201c Parteien rot? Rot st\u00fcnde in esoterischer wie in mittelalterlicher Farbbedeutung f\u00fcr Wut wie f\u00fcr Liebe, starke Emotionen jedenfalls. Meiner Erfahrung nach sind allerdings Politiker aus vielerlei parteilicher Herkunft emotional oder gelassen. Au\u00dferdem haben wir so ein Problem mit der emblemischen Unterscheidung der Parteien: Die SPD als Platzhirsch l\u00e4uft mit Standard-rot auf, die Partei Die Linke hat ein dunkleres Rot, eher purpur. Selbiges w\u00fcrde ich sonst mit der Garderobe traditionsbewusster Monarchen verbinden, was nicht richtig zur dort sonst propagierten Parteilinie passt.<\/p>\n\n\n\n<p>So entsteht ein symbolistisch w\u00fcstes Kuddelmuddel bei politischen den Farben. In der Folge br\u00e4uchte man eigentlich Symbole. Die k\u00f6nnen aber auch in die Irre f\u00fchren. Die besagte SPD hat etwa noch so eine Rose, welche von einer groben Pranke umschlossen wird. Man fragt sich, ob da nicht eigentlich Dornen mit Pieksen besch\u00e4ftigt sein m\u00fcssten. Daraus wieder k\u00f6nnte man ein Marienwunder folgern, denn die Rose ist ein Zeichen der Gottesmutter Maria. Aber dass die SPD f\u00fcr jene Kerzen anz\u00fcnden w\u00fcrde, w\u00e4re mir neu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die AfD hat ein Symbol. In jenem kann man mit etwas Fantasie einen Angelhaken erkennen. Das w\u00fcrde zumindest zu der Parteifarbe blau passen, soweit diese f\u00fcr Wasser steht. An so einer Stelle arw\u00f6hnt der professionelle Herrseher nat\u00fcrlich, ob dieses Symbol von der Parteigranden Frauke Petry eingef\u00fchrt wurde, damit ihre Parteiuntertanen bei passender Gelegenheit den alten Anglergru\u00df \u201ePetri Heil!\u201c besonders gut zweckemtfremden k\u00f6nnten. \u2026 \u201eWal! Da bl\u00e4\u00dft er!\u201c (irrelevante Assoziation)<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichbarkeiten zwischen historischen Wappen und politischen Symbolen sehe ich jedenfalls eine ganze Menge. Bis die ersten Farbteilungen bei deutschen Parteien auftauchen, ist es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit. Und Symbole werden auch an vielen Stellen gebraucht. (Nur bitte keine L\u00f6wen!)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonnenblume bei den Gr\u00fcnen ist ausgefallen genug. Die CDU k\u00f6nnte eine Lilie f\u00fchren, vielleicht auch ein Kreuz. &#8211; Ein heraldisches Lilienkreuz w\u00e4re recht h\u00fcbsch. Der FDP w\u00fcrde ich zu einer Zinnenteilung in BVB-Tinkturen raten, wechselnd belegt mit Bulle und B\u00e4r aus der B\u00f6rsen-Esoterik. Das aktuelle Stadtgestalterwappen ist zu \u00fcberladen. Das m\u00fcsste man minimalistischer umgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein eigenes Wappen zeigt \u00fcbrigens einen Kometen. Was das mit Politik zu tun hat, verrate ich aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fcr die PARTEI m\u00f6chte ich schon l\u00e4nger einen Smiley. Das wirkt mir sonst alles zu negativ. F\u00fcr negative Bosheit bin schlie\u00dflich ich zust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt b\u00f6se!<\/p>\n\n\n\n<p>Eier Tobias, der sehr finstere<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ein paar Sprichw\u00f6rter im Deutschen, die sich letztlich auf heraldische Wappen und ihre Nutzung beziehen. \u201eFarbe bekennen\u201c bezieht sich etwa auf die heraldischen Farben oder \u201eTinkturen\u201c, denn entweder Silber oder Gold respektive Wei\u00df oder Gelb sind in jedem heraldischen Wappen enthalten. 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