{"id":1063,"date":"2015-10-01T13:09:14","date_gmt":"2015-10-01T11:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/bo-wat-geht.buergerbegehren-musikzentrum.de\/?p=1063"},"modified":"2015-11-09T12:28:45","modified_gmt":"2015-11-09T11:28:45","slug":"20152562-entwaesserungsgebuehren-fuer-landes-und-bundesstrassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=1063","title":{"rendered":"20152562 &#8211; Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr Landes- und Bundesstra\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>Antrag zur zur 12. Sitzung des Rates am 01.10.2015 hier: <strong>Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr Landes- und Bundesstra\u00dfen <\/strong><\/p>\n<p>Der Rat m\u00f6ge beschlie\u00dfen: Die Verwaltung wird beauftragt, den bestehenden Vertrag zwischen der Stadt Bochum und Stra\u00dfenNRW (Rechtsnachfolger des LWL), in dem die Stadt Bochum dauerhaft auf eine Geb\u00fchrenveranlagung von Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr Landes- und Bundesstra\u00dfen gegen\u00fcber Stra\u00dfenNRW verzichtet, umgehend zu k\u00fcndigen, um Verj\u00e4hrungen vorzubeugen. M\u00f6gliche Anspr\u00fcche gegen\u00fcber Stra\u00dfen NRW (Kostenerstattungen oder Geb\u00fchrenzahlungen) sind zeitnah durchzusetzen. Der Rat der Stadt Bochum wird \u00fcber die weiteren Entwicklungen in der Angelegenheit in Kenntnis gesetzt.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p>Die Verwaltung teilte zur Erhebung von Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr die Entw\u00e4sserung der Landes- und Bundesstra\u00dfen zur Ratssitzung vom 27.08.2015 folgendes mit: &#8222;Nach Einf\u00fchrung der separaten Abwassergeb\u00fchr f\u00fcr das Niederschlagswasser im Jahr 1986 wurde der Landschaftsverband &#8211; Westfalen Lippe als damalige zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde f\u00fcr die Bundes- und Landesstra\u00dfen (Stra\u00dfenbaulasttr\u00e4ger) zun\u00e4chst f\u00fcr die Jahre 1986 bis 1988 zu Niederschlagswassergeb\u00fchren veranlagt.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines Widerspruchsverfahrens haben die Stadt und der LWL einen Vertrag (Vergleich) geschlossen, in dem sich der LWL verpflichtete eine einmalige Kostenerstattung f\u00fcr die Kanalbenutzung zu entrichten und die Stadt im Gegenzug hierf\u00fcr auf Dauer auf eine Geb\u00fchrenveranlagung verzichtete. Der LWL verpflichtete sich, f\u00fcr neue Bundes und Landstra\u00dfen sowie f\u00fcr neue bzw. erneuerte von ihm genutzte st\u00e4dtische Kan\u00e4le die nach den Ortsdurchfahrtsrichtlinien \u00fcblichen Entsch\u00e4digungen zu zahlen.<\/p>\n<p>Die einmalige Kostenerstattung betrug 9 Millionen DM (4.601.627 \u20ac).<\/p>\n<p>Seitdem werden die Kosten f\u00fcr die Entw\u00e4sserung der an die Kanalisation angeschlossenen befestigten Fl\u00e4chen in der Stra\u00dfenbaulast von Bund und Land vom st\u00e4dtischen Haushalt getragen. Die Geb\u00fchrenschuldner werden hiermit nicht belastet.<\/p>\n<p>Aufgrund der in der Anfrage aufgef\u00fchrten neuen Rechtsprechung [von 2009] wird seitens der Verwaltung gepr\u00fcft, ob und ab wann, in welcher Form und in welcher H\u00f6he, Stra\u00dfen NRW als derzeit zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde (Baulasttr\u00e4ger) zu laufenden Kostenerstattungen oder Geb\u00fchrenzahlungen herangezogen werden kann.<\/p>\n<p>Langfristig wird eine Entlastung des st\u00e4dtischen Haushaltes durch die entfallende Kosten\u00fcbernahme der Entw\u00e4sserungskosten f\u00fcr Fl\u00e4chen in der Baulast von Stra\u00dfen NRW angestrebt.&#8220;<\/p>\n<p>Das OVG hat bereits 2009 (Beschluss vom 16. November 2009, Az. 9 A 2045\/08) bei \u00e4hnlicher Sachlage entschieden, dass die Annahme von Vertr\u00e4gen, wie sie die Stadt mit dem LWL geschlossen hat, unzul\u00e4ssig bzw. nichtig gewesen ist.<\/p>\n<p>Ein zeitlich unbefristeter Verzicht auf Geb\u00fchren bei damals bereits bestehender Geb\u00fchrenpflicht und unklarer Abgabenh\u00f6he sei unzul\u00e4ssig und der diesem zugrunde liegende Vertrag daher nichtig. Nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des OVG NRW ist ein Verzicht dann nicht zul\u00e4ssig, wenn im Zeitpunkt des Vertragsschlusses die H\u00f6he der Abgabe noch v\u00f6llig ungewiss und damit die Angemessenheit von Leistung und Gegenleistung gar nicht feststellbar (vgl. OVG NRW, Urteil vom 19.03.2002 \u2013 Az. 15 A 4043\/00; OVG NRW, Beschl\u00fcsse vom 16.02.2009 \u2013 Az. 9 A 1109\/08 und 28.10.2009 \u2013 Az. 9 A 2044\/09).<\/p>\n<p>Nach \u00a7 60 VwVfG NRW h\u00e4tte die Stadt den Vertrag l\u00e4ngst k\u00fcndigen m\u00fcssen. Absatz 1 sieht vor, dass sofern &#8222;die Verh\u00e4ltnisse, die f\u00fcr die Festsetzung des Vertragsinhalts ma\u00dfgebend gewesen sind, sich seit Abschluss des Vertrags so wesentlich ge\u00e4ndert, dass einer Vertragspartei das Festhalten an der urspr\u00fcnglichen vertraglichen Regelung nicht zuzumuten ist, so kann diese Vertragspartei eine Anpassung des Vertragsinhalts an die ge\u00e4nderten Verh\u00e4ltnisse verlangen oder, sofern eine Anpassung nicht m\u00f6glich oder einer Vertragspartei nicht zuzumuten ist, den Vertrag k\u00fcndigen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr eine K\u00fcndigung seitens der Stadt Bochum liegen also vor. Diese ist umgehend auszusprechen, um m\u00f6gliche Verj\u00e4hrungen vorzubeugen.<\/p>\n<p>Die Stadt Altena konnte f\u00fcr die Jahre 2009 bis 2013 unerwartete Geb\u00fchreneinnahmen in siebenstelliger H\u00f6he realisieren, da bereits 2014 ein r\u00fcckwirkender Geb\u00fchrenbescheid erstellt wurde, weil Verj\u00e4hrungsfristen drohten. Die weitere Begr\u00fcndung erfolgt m\u00fcndlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/session.bochum.de\/bi\/getfile.php?id=350606&amp;type=do\" target=\"_blank\">20152576<\/a> Antrag als pdf-Datei<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antrag zur zur 12. Sitzung des Rates am 01.10.2015 hier: Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr Landes- und Bundesstra\u00dfen Der Rat m\u00f6ge beschlie\u00dfen: Die Verwaltung wird beauftragt, den bestehenden Vertrag zwischen der Stadt Bochum und Stra\u00dfenNRW (Rechtsnachfolger des LWL), in dem die Stadt Bochum dauerhaft auf eine Geb\u00fchrenveranlagung von Entw\u00e4sserungsgeb\u00fchren f\u00fcr Landes- und Bundesstra\u00dfen gegen\u00fcber Stra\u00dfenNRW verzichtet, umgehend zu<a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bojournal.de\/?p=1063\"> [&hellip;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":268,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54],"tags":[119,115,116,117,118],"class_list":["post-1063","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antrag","tag-einnahmen","tag-entwaesserung","tag-gebuehren","tag-strassennrw","tag-vertrag"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-07 17:30:32","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/268"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1063"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1063\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1064,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1063\/revisions\/1064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}