{"id":1328,"date":"2015-12-10T10:12:35","date_gmt":"2015-12-10T09:12:35","guid":{"rendered":"http:\/\/bojournal.buergerbegehren-musikzentrum.de\/?p=1328"},"modified":"2015-12-10T11:43:21","modified_gmt":"2015-12-10T10:43:21","slug":"35-millionen-euro-fuer-verschimmelte-akten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=1328","title":{"rendered":"5,5 Millionen Euro f\u00fcr verschimmelte Akten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Feuchte Keller, das wei\u00df jeder Privatmann, eignen sich einfach nicht, um dort Dokumente f\u00fcr eine lange Zeit zu lagern. Auch der Stadt ist diese Problematik bekannt. Anders als ein Privatmann blieb die Verwaltung allerdings lange Zeit unt\u00e4tig. Mittlerweile haben sich 3000 Quadratmeter verschimmelte Akten im Bochumer Rathauskeller aufget\u00fcrmt. Pl\u00f6tzlich verf\u00e4llt die Stadtverwaltung aber in einen kopf- und konzeptlosen Aktionismus und will so schnell wie m\u00f6glich 3.500qm im BP-Geb\u00e4ude an der Wittener Stra\u00dfe anmieten &#8211; und ignoriert ein um die h\u00e4lfte g\u00fcnstigeres Angebot.<\/strong><\/p>\n<p>Es geht um 3,5 Millionen Euro. Auch f\u00fcr die Bochumer Verwaltung sind das keine Peanuts. So viel Geld will die Stadt f\u00fcr 3500 qm Fl\u00e4che im BP-Geb\u00e4ude auf zehn Jahre an Miete bezahlen. Klar ist nur, dass die Akten aus dem Keller raus m\u00fcssen und dekontaminiert werden m\u00fcssen. Was noch nicht klar ist:\u00a0Wie viel Fl\u00e4chen braucht man eigentlich f\u00fcr wie lange, um die verschimmelten Akten zu reinigen und unterzubringen. Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen ja zusammen zu passen: Dort liegen 3000 qm verschimmelte Akten und dort m\u00f6chte man 3500 qm Fl\u00e4chen anmieten. Die Verwaltung sollte trotzdem noch mal den Taschenrechner herausholen und nachrechnen. Laut der Archivierungsrichtlinie NRW ben\u00f6tigt die Stadt n\u00e4mlich maximal 600 qm Fl\u00e4chen f\u00fcr die Lagerung der 3000 qmverschimmelten Akten. Schlie\u00dflich werden diese ja in Regalen \u00fcbereinander gestapelt und nehmen so weniger Platz weg. Was die Stadt nun mit den restlichen und nutzlosen 2900qm machen will, bleibt nebul\u00f6s. Ebenso bleiben andere Varianten ungepr\u00fcft. Digitalisierung der Akten? Man kann nicht einmal Auskunft geben, welche Akten aus juristischen Gr\u00fcnden materiell erhalten bleiben m\u00fcssen und welche digitalisiert und dann vernichtet werden k\u00f6nnen. Dienstleister, die Akten lagern und bei Bedarf zu Verf\u00fcgung stellen? Wurde nicht ernsthaft in Erw\u00e4gung gezogen. Andere, wohlm\u00f6glich stadteigene Immobilien? Nicht zu finden. Bei 3500 qm mag das sein, aber die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten 600qm Fl\u00e4che sollten \u201ekein Ding der Unm\u00f6glichkeit sein\u201c.<\/p>\n<p>Bei so vielen zugehaltenen Ohren und zugekniffenen Augen dr\u00e4ngt sich der Verdacht auf, dass die ganze Akten-Problematik nur ein willkommener vorgeschobener Grund ist, eine Anmietung von Fl\u00e4chen in der BP Immobilie zu rechtfertigen. BP wollte Ende 2014 aufgrund des beabsichtigten Personalabbaus von 1.200 auf 800 Mitarbeiter einen Teil seiner R\u00e4umlichkeiten loswerden, um Mietzahlungen an den Immobilieneigent\u00fcmer zu sparen. Dieser fand das nat\u00fcrlich nicht so gut, denn einen neuen Teilmieter zu finden, das h\u00e4tte sich angesichts der verschachtelten Geb\u00e4udestruktur als sehr schwierig dargestellt. Hier kommt die Stadt Bochum ins Spiel. Diese versprach als Mieter einzuspringen, damit der auslaufende Mietvertrag der BP verl\u00e4ngert wird und der Standort erhalten bleibt. Ist das hilfreich? Vielleicht. Allerdings misst die Stadt Bochum dann mit zweierlei Ma\u00df. Bei einem Handwerksmeister w\u00e4re die Stadt nicht bereit, einzuspringen und eine seiner Garagen anzumieten. Aber auch dort geht es um Arbeitspl\u00e4tze. In Summe genommen schultern kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen sogar die gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Arbeitspl\u00e4tzen. Besser man senkt die Gewerbesteuer. Damit hilft man gro\u00dfen wie kleinen Unternehmen am besten.<\/p>\n<p>Besonders skandal\u00f6s wird es aber jetzt: Der Verwaltung liegt ein Angebot zur Unterbringung der Akten vor, das dem Steuerzahler nur die H\u00e4lfte kosten w\u00fcrde. Was nun? Offensichtlich ignoriert die Verwaltung aber diese M\u00f6glichkeit. Die Ratsfraktion FDP &amp; DIE STADTGESTALTER\u00a0hat im\u00a0Haupt- und Finanzausschuss des Rates am 10.12.2015 beantragt, dass erst \u00fcber eine Anmietung von Lagerfl\u00e4chen nachgedacht wird, wenn ein schl\u00fcssiges Archivierungskonzept vorliegt und insbesondere der Bedarf an dauerhaft ben\u00f6tigter Lagerfl\u00e4che klar ist.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Die S\u00e4uberung der Akten wird noch mal 2 Millionen Euro kosten. In Summe geht es um 5,5 Millionen Euro. F\u00fcr verschimmeltes Papier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feuchte Keller, das wei\u00df jeder Privatmann, eignen sich einfach nicht, um dort Dokumente f\u00fcr eine lange Zeit zu lagern. Auch der Stadt ist diese Problematik bekannt. Anders als ein Privatmann blieb die Verwaltung allerdings lange Zeit unt\u00e4tig. Mittlerweile haben sich 3000 Quadratmeter verschimmelte Akten im Bochumer Rathauskeller aufget\u00fcrmt. 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