{"id":1541,"date":"2016-02-07T13:20:34","date_gmt":"2016-02-07T12:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/bojournal.buergerbegehren-musikzentrum.de\/?p=1541"},"modified":"2016-02-07T13:53:33","modified_gmt":"2016-02-07T12:53:33","slug":"schauspielhaus-nummer-sicher-statt-grosser-wurf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=1541","title":{"rendered":"Schauspielhaus: Nummer sicher statt gro\u00dfer Wurf."},"content":{"rendered":"<p>Das soll also nach monatelanger Sucherei der gro\u00dfe Wurf sein? Das Schauspielhaus als kulturelles Flaggschiff Bochums braucht eine kreative Intendanz, die das Renommee des Hauses weiter fortf\u00fchrt, aber auch neue Ideen mitbringt. Mit dem Niederl\u00e4nder Johan Simons kommt zweifellos ein Theatermacher, der sich einen Namen gemacht hat und einige Theaterpreise im Gep\u00e4ck hat. Vielleicht mag man Simons sogar zugestehen, dass er ein &#8218;Wilder&#8216; ist, ein &#8218;junger Wilder&#8216; ist er zweifellos nicht. Wenn er seine Intendanz antritt, wird er 72 Jahre alt sein, bis zum 77. Lebensjahr soll er das Schauspielhaus f\u00fchren. Da wird sich erweisen m\u00fcssen, ob er n\u00f6tigen Schwung \u00fcber die ganze Zeit hochhalten kann. Eine Personalentscheidung, die in die Zukunft weist, ist der Beschluss sicherlich nicht.<\/p>\n<p>Ungl\u00fccklich ist jedenfalls auch, wann Simons \u00fcberhaupt seine Intendanz antritt. Die lange H\u00e4ngepartie bei der Nachfolgesuche f\u00fcr Anselm Weber hatte bereits f\u00fcr einige Unruhe gesorgt, die dem Schauspielhaus nicht gut getan hat. Daher ist es jetzt alles andere als optimal, dass man keinen nahtlosen \u00dcbergang von Weber zu Simons bekommt. Da Simons seinen Vertrag bei der Ruhrtriennale erf\u00fcllen will und erst zur Spielzeit 2018\/19 ans Schauspielhaus kommt, m\u00fcssen der Chefdramaturg Olaf Kr\u00f6ck und der Betriebsdirektor Stephan Wasenauer die L\u00fccke \u00fcberbr\u00fccken, wenn Anselm Weber nach der Spielzeit 2016\/17 geht. Dadurch entsteht ein Schwebezustand zwischen den Intendanzen, der auf Kosten einer klaren Kontinuit\u00e4t geht.<\/p>\n<p>Das &#8218;Haus der Kulturen&#8216;, das Simons vorschwebt, ist eine spannende Idee, um dem Bochumer Theater mehr Internationalit\u00e4t zu verleihen. Wie weit Simons jedoch auch mal bereit ist, gegen den Strich zu b\u00fcrsten, l\u00e4sst sich nicht absehen. Als er 2014 in Wien Jean Genets provokantes St\u00fcck &#8218;Die Neger&#8216; inszenierte, waren die Kritiken eher weniger \u00fcberzeugend. Von einem &#8217;sinnlosen und \u00f6den Theaterabend&#8216; sowie von &#8218;politischer Ahnungslosigkeit&#8216; war die Rede. Simons wurde gar vorgeworfen, dass er politische Inkorrektheit meide wie der Teufel das Weihwasser. Dem Schauspielhaus Bochum w\u00e4re zu w\u00fcnschen, dass er da durchaus auch mal auf Provokation setzt.<\/p>\n<p>Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass die Suche nach einem neuen Intendanten nicht durch Mut oder die Bereitschaft, etwas Neues zu wagen, gepr\u00e4gt war. Nachdem die Dauer der Suche schon f\u00fcr negative Schlagzeilen gesorgt hat, wollte der Kulturdezernent sich offenbar nicht noch eine polarisierende Personalentscheidung leisten, sondern ging lieber auf Nummer sicher. Der Zauber eines echten Neuanfangs stellt sich somit erst mal nicht ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das soll also nach monatelanger Sucherei der gro\u00dfe Wurf sein? Das Schauspielhaus als kulturelles Flaggschiff Bochums braucht eine kreative Intendanz, die das Renommee des Hauses weiter fortf\u00fchrt, aber auch neue Ideen mitbringt. 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