{"id":2257,"date":"2017-09-05T17:24:58","date_gmt":"2017-09-05T15:24:58","guid":{"rendered":"http:\/\/bojournal.buergerbegehren-musikzentrum.de\/?p=2257"},"modified":"2017-09-05T19:45:18","modified_gmt":"2017-09-05T17:45:18","slug":"bochum-muss-sich-radikal-neu-erfinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=2257","title":{"rendered":"Bochum muss sich radikal neu erfinden."},"content":{"rendered":"<p><!-- [if gte mso 9]&gt;--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12.0pt\"><strong>Eins ist sicher, n\u00e4mlich dass sich alles ver\u00e4ndert. Auch unsere Heimatstadt wird sich dem nicht entziehen k\u00f6nnen. Und wenn man ehrlich ist, war das schon immer so. Unser heutiges Bochum hat nichts mehr gemein mit dem Bochum unserer Urgro\u00dfeltern. Konnten wir die meisten Ver\u00e4nderungen aber oft erst in einer generationen\u00fcbergreifenden R\u00fcckschau erkennen, wenn man alte Polaroids oder noch \u00e4ltere Landschaftszeichnungen an unsere heutigen Eindr\u00fccke h\u00e4lt, dr\u00fcckt uns mittlerweile der globalisierte technologische Fortschritt mit Urkr\u00e4ften in die Zukunft. Der Golf VI mit Dieselmotor k\u00f6nnte uns bald schon so \u00fcberholt vorkommen wie ein altes Ford T-Modell.<\/strong> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12.0pt\">Wir Menschen leben in einer Stadt die gerecht zum Auto ist. Sp\u00e4testens als die verplanten H\u00e4userschluchten mit der stetigen Zunahme an Kraftfahrzeugen an die Grenzen der Aufnahme- und Leitf\u00e4higkeit gekommen sind, verl\u00e4rmt diese \u00fcberholte Idee unsere Gesundheit, staut die Lebensqualit\u00e4t, \u00fcberf\u00e4hrt Fl\u00e4chen und bremst die ganze lokale Wirtschaft ein. Das Festhalten an der autogerechten Stadt, in der unser Verkehr schon lange nicht mehr schnell flie\u00dft, egal ob 50 oder 70 Km\/h auf Papier und Stra\u00dfenschild erlaubt sind, ist selbstverletzendes Verhalten. Die autogrechte Stadt wurde geplant, als der Weg zum Ziel nur \u00fcber den Asphalt f\u00fchrte und als noch niemand erahnen konnte, dass sich Lebensmittel genau so leicht \u00fcber das Internet bestellen und anliefern lassen. Bald sogar mit einer Drohne. Die Stadt musste nicht besonders attraktiv sein, da sie keine Konkurrenz hatte. Heute muss die Stadt dem Menschen gerecht werden. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-right: -.15pt\"><span style=\"font-size: 12.0pt\">Eine Stadt wie Bochum, die neue Gewerbe- und Wohnfl\u00e4chen mit der Lupe sucht, verspielt mit den hunderten Quadratmeter, die mit verparkten Autos blockiert sind, ein gro\u00dfes Potential. Echte Sadisten brauchen heute im Berufsverkehr auf dem S\u00fcd-Ring nur ein R\u00fcckw\u00e4rts-Einpark-Man\u00f6ver einleiten, um tiefe Lust aus dem Frust, der Wut und dem Stress der anderen Verkehrsteilnehmer zu ziehen, die sich hinter ihnen in einem Lindwurm stauen. Wir m\u00fcssen den Lebensraum nutzbar machen und nicht mit Produkten vollstellen, die h\u00f6chstens ein bis zwei Stunden am Tag ben\u00f6tigt werden. Der freiwerdende Raum ist ein gro\u00dfes Konjunkturprogramm, denn die damit verbundene Qualit\u00e4tssteigerung l\u00e4sst Wirtschaftszweige wie Restaurants, Caf\u00e9s, Marktst\u00e4nde, aber auch den Einzelhandel aufbl\u00fchen, denn wo ihr Platz gelassen wird, findet die Wirtschaft immer Ideen, um zum Verweilen und zum Shoppen einzuladen. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-right: -.15pt\"><span style=\"font-size: 12.0pt\">Daf\u00fcr m\u00fcssen wir unseren Verkehr radikal neu denken. Die BOGESTRA steht vor der umw\u00e4lzenden Erneuerung ihres gesamten Betriebsverst\u00e4ndnisses und gleichzeitig vor dem gr\u00f6\u00dften Bedeutungsgewinn jemals. W\u00e4hrend das aufkeimende autonome Fahren einige Berufe bei unserem Verkehrsbetrieb obsolet macht, wird die Ausweitung zu einem vollen digitalen Mobilit\u00e4tsdienstleister ganz neue Berufsbilder schaffen. Je mehr Autokonzerne dabei merken, dass sie in Zukunft nicht einfach ein Vehikel bauen und verkaufen k\u00f6nnen, sondern ebenfalls Mobilit\u00e4t als moderne Dienstleistung ins Programm nehmen m\u00fcssen, wird hier der Anspruch an Komfort und Service sprie\u00dfen. Daneben wird das Fahrrad mit all seinen modernen Optimierungen und Kombinationen eine wichtigere Verkehrsmittelrolle \u00fcbernehmen. Unsere Verkehrswege m\u00fcssen sich daran anpassen und die &#8222;Gr\u00fcne Welle&#8220; f\u00fcr Radfahrer zum Standard machen. Ladestationen f\u00fcr E-Bikes geh\u00f6ren dabei genauso in den Blick wie f\u00fcr E-Autos und E-Roller. Aus der k\u00fcmmerlichen Radstation am Bochumer Hauptbahnhof werden verteilte kleine Fahrradparkh\u00e4user, die \u00fcberall ein bequemes Parken, Laden uns sicheres Abstellen f\u00fcr manch teures und\/oder geliebtes Gef\u00e4hrt erm\u00f6glichen. Auch f\u00fcr die letzte Meile der Auslieferungsfahrten bieten sich hier Chancen. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-right: -.15pt\"><span style=\"font-size: 12.0pt\">Die Sicherheit w\u00e4chst mit der Verkehrswende auch gleich mit, denn die Stra\u00dfe bleibt keine gef\u00e4hrliche Schlucht, in der Kinder durch den Fahrzeugstrom weggerissen werden. Das autonome Fahren und der Fahrradfahrer sind viel sicherer als der gestresste Autofahrer im SUV. Die Vorteile des Konzeptes werden daher nicht an den Ausfalltoren der Innenstadt halt machen. Menschen werden die gleichen Anforderungen f\u00fcr ihr Wohnumfeld einfordern. Autoreduzierte Stadtteile gibt es bereits testweise in wenigen St\u00e4dten, aber in Bochum sollte dies zum Standard werden k\u00f6nnen. Dass wir das nicht von heute auf morgen leisten k\u00f6nnen ist klar. Umso wichtiger ist es deswegen, jetzt radikal zu denken und unserer Stadt einem Zukunfts-T\u00dcV zu unterziehen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-right: -.15pt\"><span style=\"font-size: 12.0pt\">Die Fraktion FDP &amp; DIE STADTGESTALTER beantragt daher: <\/span><span style=\"font-size: 12.0pt\"><a href=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2017\/09\/2017-09-12_AIM_Antrag_FDP-SG_Mobilit\u00e4t-von-morgen-neu-denken-\u2013-Verkehrswendekonzept-erarbeiten.pdf\"><span style=\"font-size: 12.0pt\">&#8222;Die Art und Weise der Mobilit\u00e4t von Morgen wird \u00fcber Jahrzehnte den Grundstein f\u00fcr eine attraktive Stadt mit gro\u00dfer Lebensqualit\u00e4t bestimmen. Die Stadt Bochum stellt daher ein Verkehrswendekonzept auf, das die Mobilit\u00e4t im urbanen Raum an die Anforderung der Zukunft ausrichtet. Die Zielsetzung des Konzeptes soll daher ganz bewusst und radikal f\u00fcr die Zukunft gedacht und in Zusammenarbeit mit Namenhaften Stadt- und Verkehrsplanern sowie Zukunftsforschern erarbeitet werden.&#8220;<\/span><\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Eins ist sicher, n\u00e4mlich dass sich alles ver\u00e4ndert. Auch unsere Heimatstadt wird sich dem nicht entziehen k\u00f6nnen. Und wenn man ehrlich ist, war das schon immer so. Unser heutiges Bochum hat nichts mehr gemein mit dem Bochum unserer Urgro\u00dfeltern. 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