{"id":3539,"date":"2021-10-24T11:33:36","date_gmt":"2021-10-24T09:33:36","guid":{"rendered":"https:\/\/bojournal.de\/?p=3539"},"modified":"2021-10-24T11:33:38","modified_gmt":"2021-10-24T09:33:38","slug":"wurst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=3539","title":{"rendered":"Wurst"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerade gibt es schon wieder kein gutes Thema. Lokalpolitisch gibt es nur Hickhack am Rande zu berichten, im Bund kommen sie nicht aus dem Quark, und die Zwerge schlafen ihren Rausch aus, nachdem sie zuletzt diesen L\u00e4rm gemacht hatten. Also schreibe ich \u00fcber Wurst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die verschiedenen Arten von W\u00fcrsten sind zun\u00e4chst zu sortieren. Ich gehe dabei von Gr\u00f6\u00dfe, Art und Form aus. Ob wir es konkret mit einer Schweine- oder einer Gefl\u00fcgelwurst zu tun haben, oder am Ende gar mit einem Tofu-Bratling, soll keine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir zun\u00e4chst mit kleinen W\u00fcrsten an. Die Snackvarianten gr\u00f6\u00dferer W\u00fcrste sind daf\u00fcr auch egal, weil die nicht strukturell anders sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"401\" src=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3133\" srcset=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png 1024w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-300x118.png 300w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-768x301.png 768w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Sonst haben wir da sowas wie N\u00fcrnberger. Selbige brate ich hin und wieder, weil die eigentlich ganz aromatisch sind. Soll ich jetzt einen Bogen zu bayrischer Lokalpolitik ziehen? Vielleicht mache ich das, sobald ich mich mit jener in Franken auskenne.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei fallen mir bei bayrischen W\u00fcrsten sonst diese Wei\u00dfw\u00fcrste ein. Die sehen f\u00fcr mich aber eklig aus, ungef\u00e4hr wie Seegurken oder sonst etwas, das noch unheilig leben k\u00f6nnte. Die r\u00fchre ich nicht an. &#8211; Und so etwas essen CSU-Mtglieder freiwillig.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Hype um Th\u00fcringer verstehe ich auch nicht ganz, wenngleich man die essen kann. Aber das scheint mehr eine Marketing-Geschichte zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es die besten Bratw\u00fcrste in Bochum. Der Neid muss allerdings lassen, dass die aus Freienohl im Sauerland damals auch ganz gut waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Soweit Bratw\u00fcrste zu Curryw\u00fcrsten verarbeitet werden, k\u00f6nnte ich nun eine Rangliste der Qualit\u00e4t bei Pommesbuden folgen lassen. \u00c4rgerlicherweise hat die Bude bei mir um die Ecke aber zu gemacht, und da gab es die besten. F\u00fcr die weitere Reihenfolge m\u00fcsste ich eine Bude in Dortmund mit in Betracht ziehen, und das ist zu peinlich. Also lasse ich diese subjektive Einordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das untere Ende so einer Skala soll aber trotzdem noch allgemein anmerkt sein, dass ich das, was sie in Berlin als Currywurst bezeichnen, nicht als solche anerkenne. (Hier l\u00e4sst sich durchaus eine Parallele zu bestimmten politischen Veranstaltungen dort ziehen.) Das ist eher so etwas wie ein historisches Experiment, bei dem m\u00f6glicherweise DDR-Wissenschaftler und radioaktive Strahlung eine Rolle gespielt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit w\u00e4ren wir bei Bockw\u00fcrsten. Um einen lustigen Kalauer zu bringen: Bei denen hat ihr Erfinder echt einen Bock geschossen. (Wobei ich Pferde-Fleischwurst heraus nehme.) Normalerweise isst man sie zusammen mit Kartoffelsalat, wobei \u00fcber den wieder separat zu diskutieren w\u00e4re. Gemeinhin lasse ich von so etwas die Finger. Allerdings erinnere ich mich auch an eine Begebenheit, als ich das Zeug nach einem Italien-Urlaub im Reisebus mit ziemlichen Hei\u00dfhunger verschlungen habe. Zwei Wochen Nudeln waren wohl doch zuviel.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Dabei kommt doch aus Italien auch Salami!? &#8211; Egal. Es geht mir nicht um Aufschnitt. Auch Verirrungen wie Mettwurst kann man mit Nichtachtung strafen, weil es nur wurstf\u00f6rmig gestopfter Matsch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist allerdings die Frage, ob es sich bei Pf\u00e4lzer Saumagen letztlich um eine geschnittene Wurst handeln w\u00fcrde. Um jenen habe ich lange einen Bogen gemacht, weil ich der Expertise von Helmut Kohl misstraut hatte. Ich muss aber dann doch sagen: Eigentlich kann man diese Spezialit\u00e4t essen. Ob man (fleischige) Kleinteile nun in einen Schweinedarm oder einen Schweinemagen stopft, ist systematisch schon eine sehr \u00e4hnliche Vorgehensweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf eine Sache muss ich aber noch zu sprechen kommen. Ich habe n\u00e4mlich zwischenzeitlich einen Artikel in der NZZ gelesen. Er ist \u00fcberschrieben mit \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/folio\/sansibar-was-passiert-wenn-ein-ort-die-pandemie-einfach-ignoriert-auf-sansibar-ist-der-irrsinn-ausgebrochenn-ld.1642116?mktcid=smch&amp;mktcval=fbpost_2021-09-06&amp;fbclid=IwAR2waDd5TKi4kZnZVWHEHCvDZ8yJDEZjasXk9Wo2Z8uU8zoWj_G3jJPhS50\" target=\"_blank\">Was passiert, wenn ein Ort die Pandemie einfach ignoriert? Auf Sansibar ist der Irrsinn ausgebrochen<\/a>\u201c<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, was f\u00fcr mich suggeriert, dass es dort Leichen und Chaos in gro\u00dfem Umfang geben w\u00fcrde. Doch der Autor hat offenbar nichts dergleichen gefunden. Statt dessen berichtet er von verschiedenen Skurrilit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich klaue nun dem Eidgenossen seinen besten Gag, denn er entdeckte am Ende auch eine \u201eAdolf Hitler Pizza\u201c. Nun k\u00f6nnte man von Deutschland aus als Speise zur Person Hitlers vielleicht einen Eintopf mit Wurst aus armen Schweinen assoziieren (da h\u00e4tten wir den Bogen zu meiner \u00dcberschrift). Allein ein Imbissbudenbetreiber auf Sansibar tat solches mitnichten. \u201eDas will doch keiner essen!\u201c, dachte er sich vielleicht. \u00a0Oder vielleicht zog er die deutsche Kolonialherrschaft der britischen vor. Anstatt nun aber ein Gericht nach Moltke oder Bl\u00fccher zu benennen, w\u00e4hlte er den bekannteren deutschen (nat\u00fcrlich real \u00f6sterreichischen) Namen. Und so kreierte er \u201e&#8230;Sansibar Pizza&#8230; : eine Cr\u00eape \u2026 [mit] \u2026 Papaya, Mango, Ananas und Nutella\u201c. Diese Zusammenstellung ist eine \u201eAdolf Hitler Pizza\u201c. &#8211; Guten Appetit!<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Moral von der Geschichte: Wenn schon wahnsinnig, dann aber bitte mit interessantem Essen dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt b\u00f6se!<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Tobias, der sehr finstere<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.nzz.ch\/folio\/sansibar-was-passiert-wenn-ein-ort-die-pandemie-einfach-ignoriert-auf-sansibar-ist-der-irrsinn-ausgebrochenn-ld.1642116?mktcid=smch&amp;mktcval=fbpost_2021-09-06&amp;fbclid=IwAR2waDd5TKi4kZnZVWHEHCvDZ8yJDEZjasXk9Wo2Z8uU8zoWj_G3jJPhS50<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade gibt es schon wieder kein gutes Thema. Lokalpolitisch gibt es nur Hickhack am Rande zu berichten, im Bund kommen sie nicht aus dem Quark, und die Zwerge schlafen ihren Rausch aus, nachdem sie zuletzt diesen L\u00e4rm gemacht hatten. Also schreibe ich \u00fcber Wurst. 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