{"id":4006,"date":"2022-04-10T23:55:13","date_gmt":"2022-04-10T21:55:13","guid":{"rendered":"https:\/\/bojournal.de\/?p=4006"},"modified":"2022-04-10T23:55:14","modified_gmt":"2022-04-10T21:55:14","slug":"sturmvoegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=4006","title":{"rendered":"Sturmv\u00f6gel"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute greife ich einmal tiefer in die Metaphernkiste. Wer mag, kann das Folgende insofern auch einfach als Exkurs zur magischen Zoologie lesen. In selbiger berichte ich \u00fcber ein gef\u00e4hrliches Tier, das hin und wieder die L\u00fcfte heimsucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich meine den Sturmvogel. Seit uralten Zeiten gibt es diese Viecher. Man nagle mich nicht darauf fest, ob diese Art zuerst von K\u00f6nig Wuschlusch dem J\u00fcngeren von Uruk oder doch unter Zwergenf\u00fcrst Heinrich Krugbrecher gesichtet wurde! Auch ihre dimensionale Herkunft tut wenig zur Sache. Wesentlich sind ihr Erscheinungsbild und ihr Auftreten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"401\" src=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3133\" srcset=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png 1024w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-300x118.png 300w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-768x301.png 768w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>So ein Drecksvieh ist ausgewachsen ungef\u00e4hr 20 Meter lang bei gut 30 Metern Fl\u00fcgelspanne. In dem Zusammenhang gibt es ein paar weitere, unangenehme k\u00f6rperliche F\u00e4higkeiten. Der Form nach kann man sich eine zu gro\u00df geratene Drossel in schmutzig-gelb vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sturmv\u00f6gel treten in St\u00fcrmen auf, und in jenen kumulativ. Das hei\u00dft: Je l\u00e4nger St\u00fcrme andauern, umso wahrscheinlicher kommen welche von denen. Je st\u00e4rker die St\u00fcrme sind, desto mehr kommen. Sie kommen in allen Arten von St\u00fcrmen vor, nicht nur in Taifunen und Bizzards, nicht nur im Monsun oder bei El Ni\u00f1o.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei verstecken sie sich an unterschiedlichen Stellen im Unwetter. In einem typischen deutschen Herbstorkan etwa w\u00fcrde ein Sturmvogel von einer zerrissenen Wolke zur n\u00e4chsten flattern. Dabei treffen seine wilden Fl\u00fcgelschl\u00e4ge alles, was sonst so am Himmeln sein kann, und m\u00f6beln es ordentlich auf. Kleine Singv\u00f6gel stellen pl\u00f6tzlich fest, dass sie tot sind. Flugzeuge wundern sich, wieso sie mit der Zahl ihrer Triebwerke durcheinander kommen. Engel fangen an, zu heulen. Drachen verschlucken sich. Der Kern dabei ist, dass die Sturmv\u00f6gel negative Seinsenergien auf getroffene Objekte \u00fcbertragen. Ob sie dabei in einem vampirischen Austausch selber gewinnen, ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch zum Beispiel in einem Gef\u00fchlssturm k\u00f6nnen diese Tiere vor Ort sein, wenn es genug Liebende gibt. &#8211; Und die Turtelettis werfen sie dann aus der Bahn, lassen sie torkeln, richtig bl\u00f6de (unromantische) Dinge tun, und lenken die Liebe auf jeweils abseitige Personen. So n\u00e4mlich vergr\u00f6\u00dfert sich der fragliche Gef\u00fchlssturm.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierin liegt ein zentraler Wesenszug der Sturmv\u00f6gel: Sie leben nicht nur in und mit St\u00fcrmen, sondern auch f\u00fcr sie. Deshalb vergr\u00f6\u00dfern und vermehren sie die Winde. Ihre Eigenschaften passen sich dabei der Art der St\u00fcrme an, in denen sie sich gerade bewegen. Stets ist den Riesenpiepm\u00e4tzen dabei gemein, dass sie um sich schlagen, und gelegentlich Blitze aus K\u00f6rper\u00f6ffnungen verschie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Treffen lassen sollte man sich in keiner Weise. Sonst tut es arg weh. Manchmal verwirbelt jemanden dann der sowieso schon zerrende Sturm noch einmal umso mehr. Dann erwacht man zerschlagen an einer Stelle, wo man gar nicht hin wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine lieben Untertanen, ich habe schlechte Nachrichten f\u00fcr euch: Aktuell ziehen eine ganze Reihe von St\u00fcrmen unterschiedlicher Natur \u00fcber die Welt. In vielen von ihnen leben Sturmv\u00f6gel, und sie benehmen sich, wie oben beschrieben. Strafversch\u00e4rfend hinzu kommt nun, dass sie eine gro\u00dfe Zahl Sylphen angegriffen und aus dem Weg ger\u00e4umt haben. Das kann man nicht mehr ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, meine Sigillen verm\u00f6gen die Sturmv\u00f6gel aufzuhalten. Ich sollte mehr von ersteren zeichnen. Ob das f\u00fcr Alle reicht, wei\u00df ich aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich rate daher dringend dazu, elfische Windbannlieder zu lernen! Die sollten ebenfalls hilfreich sein. Sobald ihr also meint, in einem Sturm zu stecken, und etwas kommt an: Singt! Wenn sich erst schmutzig-gelbe Federn und riesige Schn\u00e4bel und Klauen abzeichnen, ist es vielleicht schon zu sp\u00e4t. Singt besser einmal zu oft, als einmal zu selten! Nat\u00fcrlich sind klare Intonation und Stimmlage super, aber den elfischen Doppelkehlgesang beherrschen sowieso nur wenige Mitglieder anderer Spezies. Deshalb verlegt euch prim\u00e4r auf die Aussage!<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr m\u00fcsst das Wesen eines Liedes begreifen und euch seine Klimax vor Augen halten. Dann habt ihr eine Chance, dass die Sturmv\u00f6gel vor eurer Stimme fl\u00fcchten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt b\u00f6se!<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Tobias, der sehr finstere<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute greife ich einmal tiefer in die Metaphernkiste. Wer mag, kann das Folgende insofern auch einfach als Exkurs zur magischen Zoologie lesen. In selbiger berichte ich \u00fcber ein gef\u00e4hrliches Tier, das hin und wieder die L\u00fcfte heimsucht. Ich meine den Sturmvogel. Seit uralten Zeiten gibt es diese Viecher. 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