{"id":4774,"date":"2023-08-27T15:19:54","date_gmt":"2023-08-27T13:19:54","guid":{"rendered":"https:\/\/bojournal.de\/?p=4774"},"modified":"2023-08-27T15:19:55","modified_gmt":"2023-08-27T13:19:55","slug":"ideologische-matrizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bojournal.de\/?p=4774","title":{"rendered":"Ideologische Matrizen"},"content":{"rendered":"\n<p>Matrizen sind in der Mathematik mehrdimensionale Zusammenb\u00fcndelungen von Vektoren, die von Hause aus selbst schon mehrdimensional sind. Vektoren geben eine Richtung vor, die irgendwo schnurstracks in die Pampa weist. Es ist sehr praktisch, wenn wenn die Zahlen der beiden Mehrdimensionalit\u00e4ten \u00fcberein stimmen. Dann hat man n\u00e4mlich f\u00fcr jede Richtung ihre Zuordnung, und all die kleinen Mathematiker leben in Frieden und Harmonie. Es geht auch anders, muss es aber\u00a0 nicht. (M\u00f6chte das jemand als Drohung verstehen?)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"401\" src=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3133\" srcset=\"https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-1024x401.png 1024w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-300x118.png 300w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1-768x301.png 768w, https:\/\/bojournal.de\/files\/2021\/01\/zauberer-fb-1.png 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Jedenfalls habe ich mich jetzt neulich im Internetz mit einem Ideologen unterhalten. Der ist mir mit seiner Verweigerung von jeder Reflexion echt auf die Nerven gegangen. Ausnahmsweise war das aber nicht \u00fcberfl\u00fcssig, sondern hat zu Erkenntnisgewinn gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vermute \u00fcbrigens, dass es sich bei ihm um einen Menschen handelte. F\u00fcr einen Elfen war er nicht naturverliebt genug, f\u00fcr einen Troll war er immer noch zu schnell, und Gnome h\u00e4tten in der Frage zwischen Freizeit und Beruf getrennt. Was er zeigte, war ein Verhalten, das ich \u00e4hnlich schon mehrfach bei Menschen gesehen habe. &#8211; Doch dies nur nebenbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun begreife man die Welt als gesellschaftlichen Hyperraum! &#8211; Nein, nicht das Dingen aus der Science Fiction! Das, was ich gesagt habe, du Hornochse von einem Leser! &#8211; Gemeint ist der betrachtete Gesamtraum der Welt mit seinen gesellschaftlichen Unterstrukturen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du das endlich auf die Kette gekriegt hast, dann lege eine Matrix dr\u00fcber! Ihre Vektoren zeigen dann in die Richtung des einen oder anderen gesellschaftlichen Punktes, mal als engeres Ziel, mal grob in die Gegend. Aus der Summe der Vektoren ergibt sich dann ein Verhaltensmuster, mithin eine Matrix.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was ist so eine Verhaltensmatrix dann genau nicht und niemals? Richtig! Sie ist niemals vollst\u00e4ndig, und f\u00fcr jede beliebige Situation passend schonmal gar nicht. Wenn man etwa als Matrix verwendet, sein Leben an den 10 Geboten aus dem Alten Testament zu orientieren, dann hilft das kein St\u00fcck weiter bei der Frage, ob man lieber Walnusseis oder Pistazie in die Waffel m\u00f6chte. Letzteres w\u00e4re aber eher ein Problem, dem man im Alltag begegnet. Im Gegensatz dazu seines Nachbarn Frau zu verf\u00fchren (gem\u00e4\u00df den 10 Geboten verboten) mag gro\u00dfen Spa\u00df machen, aber die Gelegenheit bietet sich einfach zu selten.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem wird ein evangelikaler Extremist nun der Meinung sein, die 10 Gebote seien f\u00fcr seine Eiswaffelwahl bei Salvatore im Caf\u00e9 Gondola Milanese zust\u00e4ndig. Also geht er hin und schaut, wo dem Salvatore sein Eheweib, die sch\u00f6ne Nicoletta, gerade mit den Augenbrauen klimpert. Je nachdem best\u00e4llt er dann seine B\u00e4llchen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem genannten Beispiel w\u00e4re die Wahl ziemlich Banane. (Sofern Nicoletta sich entsprechend lasziv \u00fcber das Bananeneis beugt, respektive \u00fcber das genau entgegengesetzte Ende der Theke.)<\/p>\n\n\n\n<p>Nun muss man schon ziemlich einen an der H\u00f6rnchenwaffel haben, um seine Lebensgrundparameter auf Speiseeis anzuwenden. (Nicolettas Reize seien nun au\u00dfen vor.) &#8211; Doch manche Leute tun derartige Dinge. Freitags kein Fleisch essen zu wollen, w\u00e4hrend Fisch ok ist, ist Kraut ohne R\u00fcben. Bei knallender Sonne kein Wasser zu trinken, weil selbiges vor etwas \u00fcber tausend Jahren bei Beduinen eher knapp war, steht ebenso im Widerspruch mit jedem gesunden Menschenverstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Japaner sind keine Arier. Arier wohnen \u00fcberwiegend in Indien und im persischen Raum. Das hat nichts damit zu tun, ob Japaner gut darin sind, L\u00f6cher in russische Kriegsschiffe zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer zu t\u00e4tlichen Angriffen auf einen rein rhetorisch agierenden politischen Gegner aufruft, oder diese gar durchf\u00fchrt, der ist explizit schlimmer als dieser konkrete Gegner. (Ja, ich meine die letzten Ausw\u00fcchse einer \u201eAntifa\u201c, die sich explizit so genannter \u201eNazimethoden\u201c bedient.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wer als verantwortlicher Politiker eine juristische Beweislastumkehr fordert, hat nicht das geringste Recht, andere Leute mangelnden demokratischen Verhaltens zu bezichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir damit zur\u00fcck zu dem eingangs genannten Fall aus meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung. Dort war es ein selbsterkl\u00e4rter \u201eLinker\u201c, der nicht merkte, wie \u201erechts\u201c seine Verhaltensparameter waren. Dabei war es noch schlimmer: Er <em>wollte<\/em> es nicht merken. Eine Verweigerung der Diskussion auch besonders sich selbst gegen\u00fcber ist anscheinend extrem hip, soweit manche Charaktertypen Oberwasser zu haben glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich definieree dazu nun zusammenhangshalber in den Raum: Extremismus ist die Verengung des realen Verhaltens auf einen gesellschaftlichen Rahmen von Vorgaben hin. Solche Vorgaben bleiben allgemein abz\u00e4hbar, bilden so Vektoren und und in ihrer Summe ideologische Matrizen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern nimmt schablonenhaftes Verhalten proportional zum ideologischen Extremismus zu. Je tiefer man drin steckt in einer Matrix, umso mehr wird sie auf immer unsinnigere Bereiche angewandt. Jemand aus einem Randbereich wird das mit dem Eis noch f\u00fcr Bl\u00f6dsinn halten. Im Kernbereich aber ist dann das Trinken von Pantoffeltierchen V\u00f6lkermord, und wer was anderes sagt, steht folglich moralisch auf einer Stufe mit General Custer oder Karl, dem Sachsenschl\u00e4chter.<\/p>\n\n\n\n<p>So eine ideologische Matrix ist meist in ihrer Gr\u00f6\u00dfe \u00fcberschaubar. Daher bringt man sie schnell mit schlichteren Gem\u00fctern in Verbindung, die rein technisch nichts Komplexeres \u00fcberschauen k\u00f6nnen. Doch auch intelligentere Wesen k\u00f6nnen hier in Fallen geraten. In einigen F\u00e4llen folgt dies aus gesellschaftlicher Sympathie. Anderswo ger\u00e4t jemand schrittweise in Abr\u00fcnde, oder er bel\u00fcgt sich gar selbst. Dann wird die angenehme einfache L\u00fcge der unangenehm komplexen Wahrheit vorgezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausweg aus sowas ist nat\u00fcrlich immer die Einzelfallbetrachtung. Dass ein Mensch einem anderen wirklich genau im Wege eines Vektors seiner ideologischen Matrix herumsteht, kann technisch zwar vorkommen. Real wird das aber kaum je der Fall sein. Und dann muss man ihn eben doch ausfragen \u00fcber sein Lieblingseis, und es ist egal, ob der falschfarbige Fisch am Freitag genug zu trinken hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt b\u00f6se!<\/p>\n\n\n\n<p>Euer Tobias, der sehr finstere<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matrizen sind in der Mathematik mehrdimensionale Zusammenb\u00fcndelungen von Vektoren, die von Hause aus selbst schon mehrdimensional sind. Vektoren geben eine Richtung vor, die irgendwo schnurstracks in die Pampa weist. Es ist sehr praktisch, wenn wenn die Zahlen der beiden Mehrdimensionalit\u00e4ten \u00fcberein stimmen. Dann hat man n\u00e4mlich f\u00fcr jede Richtung ihre Zuordnung, und all die kleinen<a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bojournal.de\/?p=4774\"> [&hellip;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":13048,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-4774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rat"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 16:01:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13048"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4774"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4775,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4774\/revisions\/4775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bojournal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}