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„Platz des europäischen Versprechens“ sollte in Steuerzahler-Gedenkplatz umbenannt werden

Foto: Felix Haltt

„Platz des europäischen Versprechens“ sollte in Steuerzahler-Gedenkplatz umbenannt werden
Dezember 11
12:02 2015

Das Projekt ‚Platz des europäischen Versprechens‘ an der Christuskirche sollte eigentlich als krönender Abschluss des Kulturhauptstadtjahres 2010 eröffnet werden. Aus der Krönungszeremonie ist bekanntlich nichts geworden und erst jetzt findet die unendliche Geschichte um den Platz ihren traurigen Schlusspunkt. Dabei ist der Gedanke, der hinter der künstlerischen Idee steckt ein durchweg positiver.

Über 14.000 Menschen haben ihren Namen als Versprechen an Europa in Steintafeln für die Gestaltung des Platzes meißeln lassen. Die ellenlange Posse um die Fertigstellung des Platzes und die exorbitante Kostenexplosion wird den Namen der Menschen und ihrer Versprechen an Europa hingegen nicht mehr gerecht. Das Projekt gipfelte letztlich in einer erschreckenden Kostenexplosion auf 3,35 Millionen Euro und kommt den Bürgerinnen und Bürger damit um ein Vielfaches teurer als die ursprünglich veranschlagten 960.000 Euro. Die Verweise darauf, dass man doch Fördergelder von anderen politischen Ebenen erhalten habe, kann man so nicht gelten lassen. Auch diese Mittel kommen letztlich aus den Taschen der Steuerzahler. Der ‚Platz des europäischen Versprechens‘ war eine schöne Idee, die sich nun aber leider zusammen mit dem Musikzentrum in die lange Liste von Bochumer Kostenüberschreitungen eingetragen hat. Jetzt macht ein Bochumer Innungsmeister, der einen prüfenden Blick auf den Platz geworfen hat, den Damen und Herren in der Verwaltung auch noch klar, dass die Handwerksarbeiten von der beauftragten Firma nicht sachgerecht ausgeführt wurden. Er kritisiert die Stadt darin, dass es offensichtlich keine fachgerechte Bauaufsicht gab.

Auch kritisiert der Innungsmeister, dass keine Ausschreibung der Arbeiten zur Erstellung und Beschriftung der Namensplatten erfolgt sei. Die Verwaltung begründete die freihändige Vergabe des Auftrags zur Erstellung der Platten damals insbesondere damit, dass aufgrund der notwendigen Plattengröße nur ein Steinbruch in Armenien in Frage käme, was auch durch ein Ingenieurbüro bestätigt worden sei (Bericht des RPA). Jetzt zeigt sich, dass einige Namensplatten nicht aus drei großen Stücken sondern aus vier kleineren Stücken bestehen.

Angesichts der rausgeschleuderten Gelder und der mal wieder fehlenden fachlichen Bauaufsicht (auch das Musikzentrum weist grobe handwerkliche Fehler an der Fassade auf) wäre ‚Steuerzahler-Gedenk-Platz´ mittlerweile ein wohl passenderer Name. Dieses ‚Mahnmal‘ erinnert die Verwaltung daran, unbedingt ein besseres Kosten- und Projektcontrolling zu installieren. Der Platz ist nunmehr auch zu einem Mahnmal städtischer Verschwendung geworden. Es fehlt allerdings eine Platte mit denjenigen, die für das Kostendebakel verantwortlich sind. An dem Platz sollte die Politik der Stadt einmal im Jahr zusammen kommen und den von der Stadt verschwendeten Millionen und der ausufernden städtischen Verschuldung gedenken.

 

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