Beitrag

Verwaltung darf Schandfleck an der Harpener Straße nicht länger ignorieren.

Verwaltung darf Schandfleck an der Harpener Straße nicht länger ignorieren.
Juni 03
13:41 2016

Bochum ist ohne Frage eine lebenswerte Heimat. Aber auch unsere Stadt zeigt Ecken, die unnötigerweise an prekäre Wohnviertel in amerikanischen Großstädten erinnern. Das liegt hauptsächlich an Wohn- und Geschäftsgebäuden, die von ihren Eigentümern dem schrittweisen Verfall preisgegeben werden. Städtische Behörden können auf der Grundlage des Wohnbauaufsichtsgesetzes seit 2014 gegen Vermieter vorgehen, wenn deren Gebäude überbelegt oder verwahrlost sind. Doch wie sich jetzt herausstellt, verschließt die Stadt ihre Augen vor der eigenen Verantwortung, während sie den Schwarzen Peter bisher ausschließlich privaten Eigentümern zuschob

Aufgrund von Bürgerhinweisen ist die Fraktion „FDP & DIE STADTGESTALTER“ einer Spur nachgegangen, die darauf schließen ließ, dass sich stark verwahrloste Wohngebäude an der Harpener Straße im städtischen Eigentum befänden. Nachdem sie sich vor Ort über den heruntergekommenen Zustand der Schrottimmobilien vergewissert haben, bestätigte eine Rückfrage beim Amt für Liegenschaften und Kataster die städtischen Eigentumsverhältnisse. Erschreckend, dass zersprungene Fensterscheiben, großflächige Graffiti-Schmierereien, vermoderte Fassaden, verwachsene Gärten und Wege von der Stadt Bochum vergessen oder gar ignoriert werden.

Mit der sogenannten ‚Broken-Windows-Theorie‘ haben Sozialforscher das eingängige Bild der zerbrochenen Fensterscheibe geprägt, die sofort repariert werden müsse, um weitere Zerstörungen und den Niedergang von Stadtvierteln zu verhindern. Wenn man die tatsächlich eingeschlagenen Fensterscheiben der Schrottimmobilien betrachtet, dann passt die Bezeichnung dieser Theorie wie die Faust aufs Auge. Bleibt man untätig, droht die gesamte Umgebung in soziale Probleme bis hin zur steigenden Kriminalität zu versinken. Diesen Einstieg in den Teufelskreis darf die Stadt nicht achselzuckend hinnehmen.

Hier muss die Verwaltung nicht nur bildlich gesprochen vor der eigenen Haustür kehren, denn als Eigentümerin trägt die Kommune eine soziale Verantwortung gegenüber den Bewohnern der nur teilweise verlassenen Gebäude sowie auch gegenüber den Anwohnern der ganzen Wohngegend. Auch torpediert es die Bemühungen, eine positive Stadtmarke zu etablieren, wenn Besucher an der Abfahrt des Sheffield-Rings direkt mit vergammelten Wohnruinen als ersten Eindruck von Bochum empfangen werden. Ein gelungenes City-Entrée im Sinne einer Willkommenskultur sieht anders aus.

Es ist nun an der Zeit, das Problem anzugehen. Wir fordern die Offenlegung aller städtischen Grundstücke und Gebäude, die sich in einem ähnlichen desolaten Zustand befinden. Städtische Schrottimmobilien müssen sofort saniert werden. Ist dies nicht möglich, muss umgehend ein individuelles Konzept für einen Abriss mit attraktiver Nachnutzung erarbeitet werden.

Über den Autor

BOJournal

BOJournal

Redaktionsteam

Ähnliche Beiträge

0 Kommentare

Bisher keine Kommentare!

Bisher keine Kommentare. Möchten Sie einen Kommentar schreiben?

Schreib einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Suche

Schuldenuhr

Kalender

Oktober 2017
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
25. September 2017 26. September 2017 27. September 2017 28. September 2017 29. September 2017 30. September 2017 1. Oktober 2017
2. Oktober 2017 3. Oktober 2017 4. Oktober 2017 5. Oktober 2017 6. Oktober 2017 7. Oktober 2017 8. Oktober 2017
9. Oktober 2017 10. Oktober 2017 11. Oktober 2017 12. Oktober 2017 13. Oktober 2017 14. Oktober 2017 15. Oktober 2017
16. Oktober 2017 17. Oktober 2017 18. Oktober 2017 19. Oktober 2017 20. Oktober 2017 21. Oktober 2017 22. Oktober 2017
23. Oktober 2017 24. Oktober 2017 25. Oktober 2017 26. Oktober 2017 27. Oktober 2017 28. Oktober 2017 29. Oktober 2017
30. Oktober 2017 31. Oktober 2017 1. November 2017 2. November 2017 3. November 2017 4. November 2017 5. November 2017

GERN GESLESEN

Blog folgen

Erhalten Sie zu jedem neuen Artikel eine Nachricht per Mail.

Mail senden an: