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Gleichbehandlung von Schulformen statt einseitiger Bevorzugung.

Gleichbehandlung von Schulformen statt einseitiger Bevorzugung.
Juli 20
12:46 2016

Wer anderen ‚ideologische Verbohrtheit‘ vorwirft, sollte selber die Scheuklappen absetzen, anstatt ideologische Debatten fortzusetzen erklärt die Fraktion „FDP & DIE STADTGESTALTER“ zur aktuellen Gesamtschuldiskussion, die sich an einer Stellungnahme des FDP-Landtagsabgeordneten Ralf Witzel entfacht hat. Stattdessen sollte man sich einen pragmatischen Blick ohne Vorprägung bewahren. So hat die Fraktion der Überführung der Gemeinschaftsschule Bochum-Mitte in eine Gesamtschule zuletzt zugestimmt. Die Fortführung des Schulversuchs machte keinen Sinn. Zudem sprachen Elternwille und entsprechender Bedarf für die Überführung. Bestehende Realschulen oder Gymnasien sind durch diese Entscheidung auch nicht in ihrem Bestand gefährdet, da es dort genügend Anmeldungen gibt. Andererseits darf man eben den Blick nicht vor aktuellen Situationen verschließen.

Und da kann man manche Zustände nicht einfach wegdiskutieren. Wer sich zum Beispiel die Personalausstattung bzw. Personalbedarfe an den verschiedenen Schulformen in Bochum anschaut, dem springen zwei Zahlen sofort ins Auge (siehe Landtagsdrucksache 16/12169). Realschulen haben bei den Lehrern ein Stellenminus von 3,82 Stellen. Gesamtschulen hingegen haben ein deutliches Stellenplus von 11,18 Stellen. Das ist nicht gerade eine faire Verteilung.

Gesamtschulen in Bochum stehen zudem bei Klassengröße durchaus besser da als Realschulen und Gymnasien. Bei 42 Klassen an Realschulen (33,6% von allen Realschulklassen) und 60 Klassen an Gymnasien (29,4% von Gymnasialklassen) umfassen die Klassen mehr als 30 Schüler. Bei Gesamtschulen sind dies nur 31 Klassen (21,4% von allen Gesamtschulklassen).

Verbesserungswürdige Ergebnisse von Gesamtschulen bei Lernstanderhebungen allein auf die Beschulung von Flüchtlingskindern zu schieben, geht außerdem auch fehl, wenn auch frühere Lernstanderhebungen bereits entsprechende Tendenzen und Defizite aufgezeigt haben. Die Fraktion will eine vielfältige Schullandschaft für Bochum, bei der Eltern aufgrund transparenter Kennzahlen die beste Schulwahl für ihre Kinder treffen können. Diese Vielfalt kann aber nur bewahrt werden, wenn alle Schulformen gleich behandelt werden und nicht eine Schulform bei Ausstattung und Lernbedingungen bevorzugt wird.

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