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Privatisierung der Wochenmärkte: Ja, aber nicht so!

Privatisierung der Wochenmärkte: Ja, aber nicht so!
Dezember 03
14:29 2015

Endlich bewegt sich in Bochum etwas beim Thema Wochenmärkte. Eigentlich wurde schon viel zu viel Zeit verspielt, denn Vielerorts befindet sich der klassische Wochenmarkt bereits auf dem absteigenden Ast. Es gilt, dieser traurigen Entwicklung Einhalt zu gebieten, denn ein Wochenmarkt erfüllt gerade in seinem Stadtteil vor allem auch soziale Funktionen. Bislang veranstaltet und organisiert das Ordnungsamt die 13 Bochumer Wochenmärkte. Jetzt sollen diese in eine private Hand überführt werden. Doch wie es aussieht, denkt die Stadt auch hier wieder zu kurz.

Man löst die Probleme der Wochenmärkte in Bochum nicht, wenn man das Ordnungsamt als Organisator und Veranstalter gegen eine Monopolstellung eines Privatanbieters austauscht. Nicht die privatrechtliche Form sorgt für Verbesserungen, sondern der Wettbewerb um die besten Ideen liefert das beste Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger. Im schlimmsten Fall übernimmt nachher eine städtische Tochter die Aufgaben des Ordnungsamtes und alles bleibt, bis auf kleiner Veränderungen, wie es ist. Im Wettbewerb hingegen müsste jeder Anbieter dynamischer auftreten, was auch die Kosten für die Markhändler senken könnte. SPD und Grüne wollen dies noch weiter einschränken, in dem sie vorschreiben wollen, dass die Reinigung weiterhin vom städtischen Unternehmen USB ausgeführt werden soll. Besser wäre es, wenn der jeweilige private auch diesbezüglich im Interesse der Markthändler und Kundinnen und Kunden selbst entscheiden kann, wie er dies lösen möchte.

Eine vernünftige Lösung wäre eine offene Ausschreibung, bei der nicht nur ein alleiniger Anbieter, sondern unterschiedliche private Interessenten einen Zuschlag für unterschiedliche Standorte erhalten können. In diesem Verfahren auch die privaten Initiativen vor Ort, wie lokale Werbegemeinschaften, stärken. Diese sollen weiterhin die Möglichkeit haben, bei sich vor Ort Märkte zu organisieren. Die Ideen der Kaufleute und der Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilen dürfen nicht vergessen oder gar bewusst abgeschnitten werden. Die Fraktion „FDP & DIE STADTGESTALTER“ stellt dazu in der nächsten Ratssitzung am 17.12.2015 einen entsprechenden Antrag.

Damit die Bochumer Märkte bestehen können, müssen diese insgesamt lebendiger werden. Gastronomische Elemente, Unterhaltung von Kindern und interessante Aktionen machen den Bummel über den Wochenmarkt attraktiv. Dabei kann auch bewusst der nostalgische Charme der Märkte unterstrichen werden. Jeder Markt sollte sein eigenes Profil entwickeln können. Lebensmittel lassen sich heute 24 Stunden non-stop bestellen und sogar von den einen auf den anderen Tag direkt nach Hause liefern lassen. Bei uns in Bochum werden die Wochenmärkte bis auf zwei Ausnahmen, die allerdings auch nur eine Stunde länger auf geöffnet haben. bereits um 13 Uhr beendet. Die Märkte müssen zeitlich flexibler werden, wenn sie bestehen wollen. Aber auch weitergehende Konzepte wären sinnvoll. Eine echte Markthalle würde einen besonderen Impuls geben, ein Alleinstellungsmerkmal bieten und die Lebensqualität der Menschen verbessern.

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Dennis Rademacher

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Mitglied des Rates der Stadt Bochum

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