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Klare Regelungen für begleitende Sterbehilfe in städtischen Senioreneinrichtungen.

Klare Regelungen für begleitende Sterbehilfe in städtischen Senioreneinrichtungen.
November 20
11:53 2020


Die Würde und Selbstbestimmung eines Menschen muss in jeder Lebensphase garantiert werden. Der Wahrung dieser Grundrechte sind auch öffentliche Seniorenheime verpflichtet. Darum wollen wir eine offene Diskussion über begleitende Sterbehilfe in Einrichtungen der städtischen SBO anstoßen. Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 den assistierten Suizid erlaubt. In vielen Pflegeheimen verhindern aber Regelungen in der Hausordnung oder die Führung der Einrichtungen den Zugang von Sterbehelfern. Mit einer Anfrage wollen die STADTGESTALTER die Situation in Bochum klären.  

Wir brauchen auch in Bochum klare Regelungen, auf die sich die Menschen verlassen können. Menschen mit einem ernsthaften Sterbewunsch sind meistens sehr erschöpft vom Leben und durch schwere Krankheiten gezeichnet. Ihnen kann man nicht zumuten, ihr Recht auf ein würdevolles Sterben gegen Pflegeheimleitungen und formalen Regelungen wie Hausordnungen rechtlich durchkämpfen zu müssen.

Die Kommunalpolitik ist hier in der Pflicht. Wenn die städtischen Seniorenheime keine klare Regelungen haben oder aufstellen wollen, die den Zutritt von Sterbehelfer*innen und den assistierten Suizid in ihren Einrichtungen ermöglichen, müssen die Ratsmitglieder tätig werden.

Bei der begleitenden Sterbehilfe erhalten Menschen mit dem Wunsch, ihr Leben zu beenden, von Sterbehelfer*innen oder Ärzt*innen ein Medikament, das sie selbst einnehmen müssen. Sie ist daher von der verbotenen aktiven Sterbehilfe, bei der ein Mensch durch einen Dritten getötet wird, abzugrenzen. 

Über den Autor

Carsten Bachert-Schneider

Carsten Bachert-Schneider

Mitglied des Rates der Stadt Bochum und. stellv. Vorsitzender der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER"

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1 Kommentar

  1. Heribert Wasserberg
    Heribert Wasserberg November 21, 18:29

    Hallo,
    die Antwort auf die Anfrage interessiert mich, nachdem ich schon im März die FDP-Fraktion im Berlner Abgeordnetenhaus zu einer ähnlichen Anfrage veranlasste (“man prüft”). Wären Sie so freundlich, mir die Antwort zuzumailen?
    Mit freundlichem Gruß
    Heribert Wasserberg aus Berlin

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Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

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    Poltergeister!?

    Eigentlich dachte ich, diese Woche gäbe es etwas spannendes aus dem Bochumer Kulturausschuss zu berichten. Da war ich jetzt erstmalig persönlich. Die Sitzung ging allerdings an dem Tag in Rekordzeit zu Ende. Über allzu viel konnte man sich da also gar keine Gedanken machen. Dafür gab es in der PARTEI einen Paukenschlag: Unser bisheriger Europa-Abgeordneter Nico Semsrott ist ausgetreten. Der GröVaZ Martin Sonneborn hatte über Chinesen gefrotzelt, die sich über Amerikaner lustig machen könnten. Wegen der fürchterlichen rassistischen Klischees dabei blieb Semsrott keine andere Wahl, als den Bosbach zu machen. Die Möglichkeit älterer Problemchen stand natürlich nie im Raum. Insgesamt haderte ich deshalb damit, das gute Thema an der völlig falschen Stelle zu haben, nämlich eben nicht in Bochum. Doch Zauberer blicken ja tiefer in die Dinge hinein. Warum ist alles so fürchterlich deplaziert? Welche ärgerlichen Mächte arbeiten gegen mich? Eine kurze Analyse ergibt: Sachen fallen aus dem Plan heraus… Weiterlesen …. 

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