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Rot-Grün lehnt Sonderprüfung beim Musikzentrum ab

Rot-Grün lehnt Sonderprüfung beim Musikzentrum ab
November 17
15:34 2015

Die Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” hatte in der letzten Ratssitzung eine Sonderprüfung der Vorgänge, die zu den massiven Kostensteigerungen beim Musikzentrum geführt haben, beantragt. Die gesamte Opposition im Rat unterstütze geschlossen den Antrag. Nur SPD und Grüne wollten von einer solchen Prüfung nichts wissen und verhinderten mit ihren Stimmen die Sonderprüfung. Es stellt sich die Frage, warum Rot-Grün auf einen unabhängigen Blick verzichten will, wo die Ursachen für die Kostenüberschreitungen liegen und was gegebenenfalls bei der Projektsteuerung hätte anders laufen müssen. Was bei Unternehmen eine Selbstverständlichkeit darstellt, wird in Bochum von der Koalition boykottiert. Bei Kostenüberschreitungen in diesem Ausmaß ist eine zusätzliche Prüfung dringend notwendig, damit Abläufe bei zukünftigen Bauprojekten verbessert werden können. Angesichts solcher Verhinderungspolitik verwundert es nicht, dass die Kosten bei Bochumer Bauprojekten regelmäßig aus dem Ruder laufen: Musikzentrum, Platz des Europäischen Versprechens, Neues Gymnasium, Hans-Böckler-Realschule oder Von-Waldhausen-Brücke sind da nur die letzten prominenten Beispiele.

In der Ratssitzung hatte der Kulturdezernent Townsend die Verantwortung für die Kostenexplosion beim Musikzentrum den Zentralen Diensten zugeschoben. Die Verantwortung für die Projektsteuerung habe nicht bei ihm, sondern dort gelegen. SPD und Grüne sind offenbar nicht gewillt, einen kritischen Blick auf das Projektcontrolling zu installieren. Der Kulturdezernent konnte auch in der Ratssitzung immer noch nicht sagen, welche Kosten- und Zeitüberschreitungen aktuell zu erwarten sind. Wenn solche Daten nicht wochenaktuell vorliegen, wie dies im privaten Bausektor üblich ist, dann fehlt der Verwaltung offenbar bereits die Grundlage für eine wirksame Projektsteuerung.

Eine funktionierende Projektsteuerung ist bei jedem städtischen Projekt unverzichtbar. Aktuell wird ja schon über den nächsten Kraftakt diskutiert. Für den Neubau des Bildungs- und Verwaltungszentrums stehen 130 Mio. € im Raum. Da verbieten sich an sich solche Neubaupläne, wenn keine Konsequenzen aus bisherigen Erfahrungen gezogen werden. Und selbst dann muss man sehr kritisch schauen, ob es zu einer solchen Großinvestition keine Alternativen gibt.

Hinsichtlich des Projekt Musikzentrum ist an gegebene Versprechungen zu erinnern: Den Bürgern wurde hoch und heilig versichert, dass das Musikzentrum die Stadt nur 2,4 Mio. Euro kosten würde. Nur wenn garantiert sei, dass der gesetzte Kostenrahmen auch eingehalten wird, würde man das Konzerthaus bauen. Jetzt haben sich die Kosten für die Stadt bereits verdreifacht. Viele Bürger haben das Musikzentrum nicht gewollt, gerade weil sie den Versprechen der Politik nicht geglaubt haben. Jetzt müssen die Musikzentrums-Befürworter zugestehen, die Bürger hatten Recht. Durch solche Vorgänge macht sich die städtische Politik unglaubwürdig. Wenn dazu noch der Wille fehlt, die Ursachen restlos aufzuklären, dann setzt sie sich dazu noch dem Verdacht aus, etwas verheimlichen zu wollen.

Die Fraktion “FDP & Die STADTGESTALTER” wird weiter darauf dringen, dass die Ursachen der Kostenüberschreitungen umfassend aufgeklärt werden: Unter diesen Umständen sind Bewilligungen von weiteren Finanzmitteln zur Deckelung neuer Kostenlöcher nicht vorstellbar.

Über den Autor

Dr. Volker Steude

Dr. Volker Steude

Mitglied des Rates der Stadt Bochum und. Vorsitzender der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER"

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Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

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    Laienzauberer

    Es ist immer wieder erschreckend zu erleben, mit welchem Ausmaß an Dilettantismus sich viele deutsche Politiker an die schwierige Materie der Zauberei herantrauen. Dabei liegen die Probleme nicht alleine bei komplexen Strukturen der Ausführung. Ich hätte vollstes Verständnis dafür, wenn es Ärger gäbe beim Anrufen korrekter hermetischer Tagesherrscher. (Die sind sowieso größtenteils Unsinn.) Auch mit Elixieren kann man sich schnell vermixen. Scheinbar mangelt es aber oft schon an einfachen Grundlagen. Jeder, der sich mit Zauberei beschäftigt, sollte etwa bereits auf den ersten Seiten eines Einführungswerkes vertraut werden mit dem Begriff der magischen Sympathie. Sogar Werke aus den empirischen Sozialwissenschaften können dazu herangezogen werden. Bei diesem Begriff geht es nicht um einfache Nettigkeit. Es geht um die Verbindung zwischen Vorgängen oder Objekten, die im nichtmagischen (mundanen) Bereich unabhängig von einander existieren. Durch gewisse Elemente von Zauberei werden sie verknüpft. Als Paradebeispiel für einen Sympathiezauber gilt etwa die so genannte Voudoupuppe (die… Weiterlesen …. 

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