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SPD, Grüne und CDU erteilen Bürgerzentrum im Amtshaus Harpen eine Absage.

SPD, Grüne und CDU erteilen Bürgerzentrum im Amtshaus Harpen eine Absage.
Mai 09
12:57 2017

·    Trotz Rückenwind aus Düsseldorf beerdigt die Lokalpolitik das Begegnungszentrum.
·    CDU bricht Wahlversprechen – SPD-Ratsherr verfolgt scheinbar eigene Interessen.
·    Politik macht sich unglaubwürdig, wenn jetzt ein Lippenbekenntnis für Bürgerhäuser folgt.

Bürgerliches Engagement ist das soziale Kapital unserer Stadt. Und Engagement haben die Harpener Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des Amtshauses nun schon mehr als genug gezeigt. Es ist daher mehr als traurig, dass eine Entscheidung von einer übergroßen Koalition aus SPD, CDU und Grünen nun das Aus für den Verein ‘Bürgerzentrum Amtshaus Harpen’ bedeutet. Ein besonderes ‘Geschmäckle’ erhält die Sache, weil der Rat sich schon in seiner nächsten Ratssitzung mit der Bochum Strategie für den Aufbau von Bürgerhäuser stark machen will. Da passt gut ins Bild, dass SPD-Ratsherr Ernst Steinbach als AWO Geschäftsführer schon eigene Pläne für das Amtshaus zu haben scheint. Auch die CDU bricht ihr eigenes Wahlversprechen.

Seit sieben Jahren setzt sich der Verein ‘Bürgerzentrum Amtshaus Harpen’ nun dafür ein, eine Begegnungsstätte aufzubauen. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger rannten von Pontius nach Pilatus, sprachen mit dem damaligen Baudezernenten, stimmten sich mit dem NRW-Bauministerium ab und bekamen auch schon Fördermittel des Landes in Aussicht gestellt. Selbst ein Erbpachtvertrag wurde schon vorformuliert. Nur passiert ist nichts. Damit der Verein endlich eine Perspektive bekommt, hat die Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” den Antrag gestellt, mit allen möglichen zukünftigen Nutzern unter Federführung der Stadtverwaltung nach einem gemeinsamen Konzept für den Erhalt des Amtshauses zu suchen. Dies wurde von SPD, CDU und Grüne jedoch abgeschmettert.

Für die SPD begründete Ratsmitglied Ernst Steinbach die Ablehnung seiner Fraktion. Erstaunlich dabei ist, dass die AWO, dessen Bochumer Geschäftsführer Ernst Steinbach ist, einen eigenen Bedarf für die Nutzung des Amtshauses angekündigt und das Haus mit Mitarbeiter der Verwaltung auch schon begangen hat. Auch die CDU bekleckert sich nicht mit Ruhm. Immerhin hat sie sich den Erhalt des Amtshauses in ihr aktuelles Kommunalwahlprogramm geschrieben und bricht mit der Blockade nun ihre eigenen Wahlversprechen. Im Endeffekt wird sich der Verein ‘Bürgerzentrum Amtshaus Harpen’ wohl auflösen. Sieben Jahre bürgerliches Engagement findet damit ein unrühmliches Ende. Wie es mit dem Amtshaus Harpen weitergeht, steht in den Sternen.

Wenn sich jetzt der Rat der Stadt Bochum in seiner nächsten Sitzung im Rahmen der Bochum Strategie auch noch für einen Aufbau und Stärkung von Bürgerhäusern aussprechen will, während das Amtshaus von der übergroßen Koalition beerdigt wurde, ist das ein Schlag ins Gesicht für alle Harpenerinnen und Harpener. Damit macht sich die Politik unglaubwürdig und die Bochum Strategie verkommt schon vor der Umsetzung zur reinen Marketingmaschine.

Über den Autor

Felix Haltt

Felix Haltt

Mitglied des Rates der Stadt Bochum und Vorsitzender der Fraktion FDP & Die STADTGESTALTER

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1 Kommentar

  1. Odinssohn
    Odinssohn Mai 11, 07:13

    Leider wird der mündige Bürger mit Wahlversprechen überschüttet um dann die Faust der Politiker im Gesicht zu spüren. In Bochum spürt man es an allen Ecken und Enden das hier parteiliche Interessen vor den Bürger gestellt werden.

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Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

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    Laienzauberer

    Es ist immer wieder erschreckend zu erleben, mit welchem Ausmaß an Dilettantismus sich viele deutsche Politiker an die schwierige Materie der Zauberei herantrauen. Dabei liegen die Probleme nicht alleine bei komplexen Strukturen der Ausführung. Ich hätte vollstes Verständnis dafür, wenn es Ärger gäbe beim Anrufen korrekter hermetischer Tagesherrscher. (Die sind sowieso größtenteils Unsinn.) Auch mit Elixieren kann man sich schnell vermixen. Scheinbar mangelt es aber oft schon an einfachen Grundlagen. Jeder, der sich mit Zauberei beschäftigt, sollte etwa bereits auf den ersten Seiten eines Einführungswerkes vertraut werden mit dem Begriff der magischen Sympathie. Sogar Werke aus den empirischen Sozialwissenschaften können dazu herangezogen werden. Bei diesem Begriff geht es nicht um einfache Nettigkeit. Es geht um die Verbindung zwischen Vorgängen oder Objekten, die im nichtmagischen (mundanen) Bereich unabhängig von einander existieren. Durch gewisse Elemente von Zauberei werden sie verknüpft. Als Paradebeispiel für einen Sympathiezauber gilt etwa die so genannte Voudoupuppe (die… Weiterlesen …. 

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