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Taubenhäuser für mehr Tierschutz in Bochum

Taubenhäuser für mehr Tierschutz in Bochum
Februar 26
16:19 2021

Eiaustausch soll Taubenpopulation verringern 

Die Fraktion „Die PARTEI & STADTGESTALTER“ will die Population der Bochumer Stadttauben tierschutzgerecht senken. „Betreute Taubenhäuser ziehen Tauben an. Dort erhalten sie Futter und Nistplätze. Eier der Tiere können dann leicht durch Gipsattrappen ausgetauscht und so die Population reguliert werden“, erklärt Stefan Hiltawsky, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, die einen entsprechenden Antrag für den Umweltausschuss am 09.03.2021. eingereicht hat.

„Bei den Stadttauben handelt es sich meist um verwilderte Haus- und Brieftauben. Diese stammen von Felsentauben ab, brauchen daher steinerne hohe Wände und können deswegen nicht aus den urbanen Bereichen vertrieben werden“, so Hiltawsky. „Die im Stadtgebiet vorgenommenen teilweise sehr fragwürdigen Vergrämungsmaßnahmen, großenteils im Auftrag der Stadt, verursachen viel Tierleid ohne eine Lösung zu erreichen.“ 

„Das Leben von Stadttauben ist auch ohne zusätzliche Maßnahmen durch viel Tierleid geprägt. Weggeworfene Pommes und Brotkrümel sind nicht ihre natürliche Ernährung. Darum ist der Gesundheitszustand der Tiere meist schlecht. Durch die vom Menschen angezüchtete hohe Vermehrungsrate sterben viele Tiere elendig, da es nicht genug Nahrung und Rückzugsplätze gibt“, beschreibt Hiltawsky. 

„Wir schlagen ein tiergerechtes Taubenkonzept am Beispiel von Städten wie Augsburg vor. Taubenschläge auf Dächern und Dachstühlen bieten Rückzugsorte. Wird dort auch artgerechtes Futter gestellt, verbringen die Tiere die meiste Zeit dort. Verunreinigungen durch Taubenkot im Stadtgebiet würden zurückgehen“, erklärt Hiltawsky.

„Die guten Bedingungen in den Taubenhäusern werden auch zum Nisten genutzt. Die Eier der Tauben kann man gut durch Gipsattrappen austauschen. Diese werden von den Tauben bebrütet. Die Population geht dann entsprechend zurück. Zur Betreuung der Taubenhäuser sollte mit dem Stadttauben-Verein kooperiert werden“, so Hiltawsky.

„Hätten Tauben so süße Ohren wie Katzen oder Hunde, würde sie wohl nicht als Ärgernis gelten. Von der Maßnahme, dem Federvieh süße Ohren und Stupsnasen anzunähen, damit sie vom Menschen als lebenswerte Tiere angesehen werden, sind wir aus Gründen der Praktikabilität abgekommen“, erläutert der satirikpolitische Sprecher der sehr guten Fraktion, Timm Schmieder. 

Schmieder hat aber einen anderen Vorschlag, wie Tauben wieder als nützlich wahrgenommen werden können: „Da die Bochumer Schulen immer noch nicht flächendeckend ans Internet angeschlossen sind, sollen Tauben die Datenpakete transportieren. Das braucht zwar seine Zeit, ist aber eine sinnvolle Brückentechnologie, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt hat.“

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