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Exzesse politisch-sozialer Blasen

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Hin und wieder ist dieser Jahre in den Medien der Begriff von „Blasen“ die Rede. Dabei geht es nicht um Seifenblasen lustiger Natur, nicht um Organe von Fischen oder U-Booten, und schon gar nicht um sexuelle Dienstleitungen. Es geht um metaphysische, teils pseudoreligiöse Aspekte sozialer Echokammern.

Historisch betrachtet kann so etwas ziemlich übel ausarten. Im Laufe der Geschichte haben sich leider immer wieder Leute überall auf dem Planeten Erde in Burgen und Festungen verrammelt. Die Idee dabei war, dass sie dicke Mauern zwischen sich und der ganz gemeinen Realität haben wollten, die einfach etwas anderes sagte als sie oder ihre Gurus samt zugehörigen Theorien und Glaubenslehren. Meistens wurde es der Realität irgendwann zu bunt, und sie hat die Tür eingetreten, bzw. eingerammbockt und dergleichen.

In der weiteren Folge der Geschehnisse waren dann die Extremen unter den Eingeblasten so sauer, dass sie sich aus symbolischen Gründen umgebracht haben. Auf diese Weise kamen sie nämlich in das eine oder andere als positiv eingeordnete Nachleben. Meist geschah das unter Einbeziehung von pechweise herumlaufenden Anverwandten. Gegenbeispiele (Überlebende) gibt es auch. Ich denke hier an die Waldenser, die Amish, oder an Trabbi-Fans.

Die oben genannten Beispiele referieren mehrheitlich auf einen religiösen Bereich. Aber eigentlich soll es ja hier um Politik gehen. Das ist kein Widerspruch, weil es da solche Blasen eben auch gibt. Selbige sind nebenbei überall abgestuft.

Auf der auslösenden Ebene des Gesamtzustandes gibt es dazu mafiöse Ungeheuer, die in der Finanz- und Realwirtschaft Ungeheuerlichkeiten planen. Sie setzen sich in Hinterzimmer, stecken die Köpfe zusammen, und geifern dabei. Über solche Verschwörer entwickeln Verschwörungstheoretiker Verschwörungstheorien. Einige wollen die Schuld für die Lage auch speziell Außerirdischen in die Schuhe schieben. Außerirdische wiederum haben gar keinen Plan vom Treiben von irdischen und deutschen Verschwörungstheoretikern.

Hernach entsenden die verschiedenen Interessensgruppen hoffnungsvoll ihre Agenten. Diese schleichen sich über Vorzimmer, Restaurants und belanglose Mittelsmänner an Politiker heran und flüstern ihnen ins Ohr. Lobbyisten von Hörgeräteherstellern geraten dabei in einen Interessenskonflikt.

Allen genannten Seiten gemein ist, dass sie sich am liebsten mit sich selbst unterhalten. Was nach außen gesagt, vorgebetet und manipuliert wird, gilt intern daher nicht als durchsichtiger Quatsch, sondern als große Weisheit. Diesbezüglich wird Ehrfurcht erwartet. Tritt jene nicht ein, so wird sich echauffiert. (Das ist nebenbei auch der Grund, warum Außerirdische sich so ungern mit Menschen unterhalten.)

Denkt man nun an aktuelle gesellschaftspolitische Blasen, so fallen schnell junge Leute ein, die sich mit Suppe an Eisenbahnschienen festkleben. Ihr erklärtes Ziel ist es, auf diese Weise europäische Wildbienen in ihrem Bestand zu schützen. Bei solchen Gelegenheiten eilen rasch verärgerte Bäckereiangestellte herbei. Anstatt sich nun aber auf die Bedeutung von Honig als Brotaufstrich zu einigen, duellieren sich die Menschengruppen mit Vorderladern. (Das würden sie jedenfalls, wenn es gerade in Mode wäre.)

Die Suppenterroraktivisten flüchten später am Tag, um Häuser zu besetzen, und um in solchen über Ungeheuerlichkeiten zu geifern. An dieser Stelle extrapoliere ich ein Problem: Falls jemand ihnen die Tür einrammbocken sollte, könnten sie im Namen der europäischen Wildbiene nachher noch einen Massenselbstmord begehen. So etwas wäre zu verhindern, weil es mir zusätzliche Arbeit in Form von Kolumnen und ähnlichem bereiten würde.

Breche ich solche Umstände auf die Bochumer Kommunalpolitik herunter, so ist es hier noch nicht überall so schlimm; nur manchmal. Über verschiedene Arten von Grüppchen, Kreisen und Geheimbünden allhier schrieb ich schon früher mal in dieser Kolumne.

Vom verschlossenen Blankensteiner Burgturm herunter wedelt jedenfalls zum Glück noch niemand mit Henkersgerätschaften, die er auf sich selbst anwenden könnte. Vorgebetet und die Köpfe zusammengesteckt wird dagegen eine Menge. Geifern tun einige wenige. Das ist in ungefähr der Zustand.

Vielleicht sollte ich eine Glocke läuten, wenn letztere Personen in meinem Sinne agieren. Das mit der Gruppenhypnose muss doch irgendwie hinzubekommen sein.

Bleibt böse!

Euer Tobias, der sehr finstere

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