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Wetter und Politik

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Das Wetter verhält sich eigentümlich dieser Tage. Es ist nicht nur, dass es irgendwie üsselig wäre, und ich davon Kopfschmerzen bekäme.

Nein! Dazwischen gab es zuletzt immer wieder Gelegenheiten mit gutem Wetter, so mit Sonnenschein und allenfalls Schönwetterwölkchen. Eben jene netten Stündchen lagen dann immer wieder genau auf Samstagen, wo ich mich an Gartenanlagen, Parks und sanften Hängen an der Ruhr ergötzen durfte. Und den nächsten Tag war wieder Mist. Umgekehrt kam der dickste Regen immer genau dann, wenn ich Sitzung hatte, und mich sowieso in Innenräumen aufhalten musste.

Durch meine dämonoide Gerissenheit vermute ich, dass das unmöglich Zufall gewesen sein kann! Da steckt bestimmt ein großes Geheimnis dahinter, das Wetter und Politik verbindet.

Gehen wir es einmal logisch an: Bei Römern und Griechen war Jupiter/Zeus gleichzeitig Hauptgott und Blitzeschleuderer. Aber erstens habe ich lange keinen Blitz mehr gesehen, und zweitens ist mir bei dem griechischen Imbiss um die Ecke auch nichts aufgefallen. Da wir darüber hinaus ganz woanders leben, kann man deshalb eine Einmischung von Zeus zunächst nachrangig behandeln.

Bei den Germanen war Thor (nordgermanisch), bzw. Donar (südgermanisch so genannt) für das Lokalklima zuständig. Thor ist gerade als Kinoheld sehr aktiv und überdies stehen die Oskar-Verleihungen an. Den Typ müsste man damit eher im Auge behalten.

Bei den Christen ist der (möglicherweise sogar historische) Apostel Petrus für das Wetter zuständig, wieso auch immer.

Der interessante Faktor dabei ist: Die Bochumer Propsteikirche hatte ursprünglich ein Petrus-Patrozinium. Dies geht sehr wahrscheinlich darauf zurück, dass sie als eine der ältesten Gemeinden Westfalens von Köln aus gegründet worden war. Und dort wieder wird eine wichtige Petrus-Reliquie aufbewahrt: Ein Teil der Kette, mit welcher der Oberheilige bis zu oder bei seiner Hinrichtung durch einen gemeingefährlichen römischen Imperator an namenlosen Steinklötze drangeschmiedet gewesen war. Deshalb hatte er dringend verfügt, dass die Ketten nach seinem Tod zu den Germanen (die den Imperator auch nicht leiden konnten) gebracht werden sollten, damit man Kirchen nach ihm benennen könnte. – Ja, gut. Der letzte Teil ist etwas spekulativ. Bei dem bin ich meiner überragenden Intuition gefolgt.

Religiöse Tatsache ist dann aber, dass von altersher Petrus ein besonderes Auge auf Bochum hat. Wer weiß schon, ob das nicht besondere Auswirkungen auf die Korrelation zwschen Wetter und Kommunalpolitik ergibt?

Es scheint also so, als würden Bochumer Politiker im allgemeinen und ich im speziellen von Petrus begünstigt werden. Das ist seltsam. Wieso begünstigt ein christlicher Erzheiliger von Wolke 4711 aus eine finsteren Zauberer? Eigentlich macht das keinen Sinn. – Was aber ist, wenn Petrus mit Thor/Donar zusammenarbeiten sollte? Einen Thorshammer habe ich ja durchaus in mehrfacher Ausfertigung bei mir herumliegen. – Den kleinen aus Bernstein aus dem Wikinger-Museum Haithabu hatte ich zuletzt hin und wieder um.

Wenn also Petrus grundsätzlich nebenher auch für Rathausangelegenheiten zuständig ist, und Donar wegen meinem vertraulichen Umgang mit den stadtgesellschaftlich immer präsenteren Neuheiden speziell mich unterstützt… – Da bahnt sich etwas ganz Großes an!

Die Götter und ihre nachgeordneten Wesenheiten stellen sich offenbar auch schon darauf ein, dass ich hier demnächst finstere Zauberer-Dinge veranstalte. – Und ihr könnt daran teilhaben, meine Untertanen! Seid für den Anfang einfach nur ehrfürchtig und so! Und bringt Met! Auch private Huldigungen netter junger Damen nehme ich natürlich weiterhin entgegen.

Bleibt böse!

Euer Tobias, der sehr finstere

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