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Spielerei

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Habe ich eigentlich schon einmal aus dem Integrationsausschuss berichtet? Ich glaube, ich habe an dieser Stelle noch nie aus dem Integrationsauschuss berichtet. Dabei bin ich auch dort aufgrund und unter Zuhilfenahme meiner unfassbaren Macht damit beschäftigt, die Leute zu manipulieren.

Man könnte sagen: Ich spiele mit ihnen. Und deshalb habe ich auf einer Metaebene dort zuletzt einen Antrag zu Spielen gestellt. (Genau genommen könnte man auch das hier als die Metaebene betrachten. Das ist eine reine Frage der Perspektive.)

Jedenfalls dachte mir mir: „Hej! Integrativlinge sind doch bestimmt Leute, die ich in meinem Interesse beeinflussen könnte!?“ und habe ich der Folge diesen Antrag da geschrieben. Die Idee war eigentlich, sie mit Hilfe von Brettspielen zu psychoprogrammieren. Wegen meiner Bosheit habe ich das natürlich anders formuliert. Ich habe einen Weg aufgezeigt, wie man mit Brettspielen Harmonie in einer zwistigen Situation erzeugen kann. Dabei hatte ich lediglich unterschlagen, dass die Betroffenen dann später von mir hypnotisiert gewesen wären.

Bin ich durchschaut worden? Keine Ahnung. Mein Antrag wurde ablehnt. Erst gab es Getöse von so einem Fuzzi. Der schrie herum, Flüchtlinge bräuchten Sport statt Spielen. Vielleicht wollte er sie auch selber auf seine eigene Weise manipulieren. Leute mit vielen Muskeln sind immerhin besser für Arbeit in Steinbrüchen zu gebrauchen. Er schien aber übersehen zu haben, dass Steinbrucharbeit seit der Industrialisierung total aus der Mode gekommen ist. Das Ganze roch so oder so nach einem eklatanten Mangel an Feinsinnigkeit.

Dabei hatte ich noch lang und breit über den Softwareanteil des psychologischen Hickhacks gesprochen. Dabei hatte ich gleich eine neue Programmiersprache (um im Bilde zu bleiben) vorgeschlagen, mit der die Köpfe der Opfer laufen sollten. Den daraus folgenden rekursiven Flux hatte ich in der Argumentation unterschlagen. Geister, die auf „Null A“ laufen, sind nun einmal um ein vielfaches effektiver. Erst hatte ich dabei nicht verstanden, warum das nicht mit Jubel begrüßt wurde.

Später wurde es mir klar. => Man stelle sich vor, man wolle Leute von Linux überzeugen, und sei in einen Rau voller C64-Nutzer geraten. Ungefähr das war die Ausgangslage. Da kann man sich natürlich den Mund fusselig reden.

Zum Glück waren aber zufällig auch Praktiker (Integrationsschwerarbeiter, keine Informatiker) anwesend. Eine von denen flötete gegen Ende der Veranstaltung in den Raum, dass sie das mit den Brettspielen schon an anderer Stelle machen würde. Ich habe keinen Überblick darüber, inwieweit meine konkreten technischen Ausführungen bei ihr angekommen waren. Aber für den Retro-Klub der Nutzer von 5¼-Zoll-Disketten muss das ziemlich erniedrigend gewesen sein.

Meinen Lesern rate ich deshalb dringend, ihr geistiges System zu updaten. Mit Null A hat man wesentlich bessere Laufzeiten als mit Bubblesort.

Bleibt böse!

Euer Tobias, der sehr finstere

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