Start STADTENTWICKLUNG Woolworth wird keine Kaufkraft in die Innenstadt ziehen.

Woolworth wird keine Kaufkraft in die Innenstadt ziehen.

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„Wir wünschen Woolworth und REWE natürlich viel Erfolg“, kommentieren Ratsmitglied Dr. Volker Steude und Nikolas Lange, stellvertretendes Mitglied im Planungsausschuss, die angekündigte Eröffnung des Husemann Karrees, „denn Leerstand gibt es in der Innenstadt leider schon genug.“

Ein großes modernes Lebensmittelgeschäft sei ein attraktiver und bislang fehlender Baustein innerhalb des Innenstadtrings, so die beiden STADTGESTALTER. „Der Lobhudelei der Stadt, nach der das Angebot von Woolworth die Innenstadt stärken würde, können wir uns allerdings nicht anschließen“, so die beiden Kommunalpolitiker. „Eine Stärkung würde bedeuten, dass sich durch die Ansiedlung mehr Menschen entscheiden, die Innenstadt zu besuchen. Diese Rolle als Magnet kann Woolworth nicht erfüllen.“

„De facto fehlen der Bochumer Innenstadt Kunden mit Kaufkraft, sonst hätten sich auch Konzepte in dieser neuen Bestlage angesiedelt, die Kunden mit einem höheren Budget ansprechen. Bochum tut aber zu wenig und dies auch noch zu langsam, um ein attraktives Erlebnis bei einem Besuch der Innenstadtbesuch zu bieten. Viele Bochumer meiden die Innenstadt und nehmen lieber weite Wege auf sich, um anderswo einzukaufen. Kunden mit Kaufkraft haben regelmäßig einen hohen Anspruch an Stadtbild, Flair und Ambiente mit viel Grün, modernen Verkehrskonzepten und interessanten Plätzen, wegen eines weiteren Woolworth-Geschäftes werden eher weniger neue Nutzergruppen angesprochen“, so Dr. Steude und Lange. Die STADTGESTALTER verweisen auf die erfolgreichen Entwicklungen in den Niederlanden und Skandinavien. 

„Mit der Neugestaltung des Husemannplatzes geht man Schritte in die richtige Richtung. Die Stadt verstolpert aber die Umsetzung und Finanzierung. Zur Eröffnung des Karrees sollte der Platz als Teil der Gesamtkomposition fertig sein. Jetzt ist nicht mal das Budget im Plan“, so Dr. Steude und Lange.

„Nicht zuletzt haben die Städte im Ruhrgebiet insgesamt weniger Kaufkraft als der NRW-Durchschnitt. Eine nachhaltige, lebenswerte Stadtentwicklung wird nur erreichbar, wenn man zusätzlich mehr gut ausgebildete Fachkräfte und Unternehmen für den Standort Bochum gewinnt und auch hält. Mit der lokalen Hochschullandschaft hat Bochum grundsätzlich große Potenziale”, so die STADTGESTALTER abschließend. 

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