BOjournal

Beitrag

 Kurz notiert

Das Bürgerbüro im Wohnzimmer.

Das Bürgerbüro im Wohnzimmer.
April 12
14:25 2017
  • Bochumer Bürgerservice am Beispiel von Paketservice- und Packstationen modernisieren.
  • Mit dem Bürgerkoffer Zuhause-Service für Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen anbieten.
  • Dezentrale Selbstbedienungsterminals ersparen den Gang ins Bürgerbüro und reduzieren Gebühren.
  • Das Bundesland Sachsen und auch andere Städte beweisen, dass unkonventioneller Service funktioniert.

Um den besten Service für Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, soll sich die Stadt ein Beispiel an Innovationen der Wirtschaft nehmen. Es gilt, digitale Bürgerterminals zur Selbstbedienung in Nahversorgungszentren und dezentrale Servicepoints im wohnortnahen Einzelhandel einführen. Für mobiltätseingeschränkte Menschen soll der Verwaltungsservice über einen mobilen Bürgerkoffer ins Wohnzimmer und ins Seniorenheim kommen. Die Verwaltungen anderer Bundesländer und Kommunen zeigen, dass smarter und unkonventioneller Service funktioniert und man ordentlich Zeit einsparen kann.

(© Haus E, Chemnitz [2013]; eKiosk Dresden)

Der Gang ins Bürgerbüro könnte alsbald obsolet werden. So genannte Bürgerterminals lassen sich selbstbedienen und an Nahversorgungszentren für Jedermann aufstellen. Über intuitive und einfache Eingabemöglichkeiten kann man an solchen Terminals weitgehend selbstständig alle bürokratischen Hürden meistern. Falls man doch mal Hilfe braucht, genügt ein Klick und über einen Bildschirm wird man dann von einem Servicemitarbeiter der Verwaltung beraten. Was für manche vielleicht wie Science Fiction klingt ist schon länger in der Realität angekommen. Solche Bürgerterminals hat das Bundesland Sachsen bereits im Jahr 2014 in Betrieb genommen.  In der Nachbarstadt Dortmund kann man mit ‘Speed Capture’ seinen Personalausweis alleine beantragen Dortmund kann man mit ‘Speed Capture’ seinen Personalausweis alleine beantragen und dabei laut Angaben der Stadt Dortmund fast die Hälfte der Zeit und auch Geld einsparen.

Der Bürgerkoffer bietet sich als Zu-Hause-Service für mobilitätseingeschränkte Menschen ein. Für viele ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen ist der Gang zum Bürgerbüro entweder belastbar oder gar unmöglich. Im Bürgerkoffer-Konzept des Bundeslandes Sachsen kommt nach telefonischer Vereinbarung ein Mitarbeiter der Behörde zu älteren, kranken oder behinderten Menschen direkt nach Hause bzw. in Alten- und Pflegeheime. Der Bürgerkoffer lässt sich bereits fertig ausgestattet bei der Bundesdruckerei bestellen.

Doch damit nicht genug. Über mobile Bürgerkoffer-Lösungen lässt sich der gesamte Bürgerservice dezentral näher an die Menschen rücken. Am Beispiel von Paket- und Postdienstleistern ließen sich Servicepoints im wohnortnahen Einzelhandel oder in bestehende kommunale Infrastruktur integrieren, die zumindest an bestimmten Tagen in der Woche zu erreichen sind. Für den Einzelhandel vor Ort ist so ein Konzept auch ein Frequenzbringer und stärkt die Attraktivität der Stadtteilzentren.

Dass SPD, CDU und Grüne einen Antrag der Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” zur Verbesserung des Bürgerservices im Rat am 30.03.2017 ohne eine Begründung abgelehnt haben, irritiert dabei sehr. Interessant wäre es zumindest gewesen, die Gründe zu erfahren, warum eine smarte und unkonventionelle Reform des Bürgerservices verhindert werden musste, wo doch alle Parteien die Notwendigkeit von mehr Service betonen. Wenn andere Städte bereits so einen Service auf die Beine stellen, dann kann Bochum das auch.

 

 

Über den Autor

Dennis Rademacher

Dennis Rademacher

Geschäftsführer der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER" im Rat der Stadt Bochum

Ähnliche Beiträge

0 Kommentare

Bisher keine Kommentare!

Bisher keine Kommentare. Möchten Sie einen Kommentar schreiben?

Schreib einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Suche

Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

  • Post thumbnail

    Ganz großes Theater

    Dieser Tage flatterte mir eine E-Mail ins Postfach, die mich überraschte. Ohne es zu überprüft zu haben vermute ich stark, dass Andere sie ebenfalls erhielten. Absender waren zuständige Terraner aus der Stadtverwaltung. In jener Mail stand daselbst geschrieben, dass ich nun als Stadtratsmitglied für eine Impfung wegen Covid-19 priorisiert wäre wegen Zuständigkeitsgruppe Blubb. Das scheint ebenso für Mitglieder von Bezirksvertretungen zu gelten, während sachkundige Bürger in Ausschüssen nicht erwähnt wurden. Ich habe den Verdacht, dass dies alles mit legalen Mitteln zugeht. Doch ist es auch stimmig? Ich habe mir dazu also am Kopf gekratzt und mir indessen spezielle Gedanken zur Sache gemacht. Sodann habe ich mich weiteren Themen zugewandt, die mir gerade unter den Nägeln brannten. In Bezug auf andere Angeschriebene kann es übrigens sehr unterschiedliche Reaktionen gegeben haben. Es mag den durchschnittlichen Leser überraschen, aber die meisten von denen sind tatsächlich Menschen! Einige Ratsherren könnten also etwa vorerkrankt sein… Weiterlesen …. 

GERN GESLESEN