Start SOZIALES Corona-Risikogruppen sollen in Bochum zum ÖPNV-Preis mit dem Taxi fahren.

Corona-Risikogruppen sollen in Bochum zum ÖPNV-Preis mit dem Taxi fahren.

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“Wir wollen älteren Menschen und Vorerkrankten die Möglichkeit geben, sich besser gegen eine Corona-Infektion schützen zu können. Dazu sollen für Risikogruppen die Taxifahrten zum ÖPNV-Preis ermöglicht werden, um überfüllte Busse und Bahnen meiden zu können”, erklärt Dr. Volker Steude, Vorsitzender der Fraktion “Die PARTEI & STADTGESTALTER”. “Die Differenz zwischen regulärem Taxipreis und dem Kostenbeitrag in Höhe einer Einzelfahrt der Preisstufe A soll die Stadt übernehmen. So machen es auch Tübingen und Konstanz”, erläutert Dr. Steude weiter.

“Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Corona-Infektion einen schweren bis tödlichen Verlauf nimmt, steigt bereits ab dem 50. Lebensjahr an. Laut RKI sind 86% der an Covid-19 Verstorbenen 70 oder älter. Die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weisen daher darauf hin, dass besonders ältere Menschen die Abstandsregeln einhalten sollen. Für Menschen, die aus ökonomischen oder gesundheitlichen Gründen weder mit dem Rad noch mit dem Auto fahren können, bleiben für wichtige Wege nur Busse und Bahnen. Diese stellen mit ihren geschlossenen Räumen aber ein besonderes Infektionsrisiko dar. Auch die Abstandsregeln können im ÖPNV oftmals nicht sicher eingehalten werden”, fasst Steude zusammen. 

“Bietet man für Risikogruppen die Taxifahrten innerhalb des Stadtgebietes zum pauschalen Preis eines BOGESTRA-Einzeltickets der Preisstufe A an, wird dieses Verkehrsmittel für alle Risikogruppen erschwinglich. Die Kontakte werden im Vergleich zu einer Fahrt in Bus und Bahn signifikant reduziert”, schlussfolgert Steude.  

Der Fraktionsvorsitzende verweist auf Städte wie Tübingen und Konstanz, die ein solches Angebot bereits eingerichtet haben. “Die Differenz zwischen Taxipreis und Kostenbeitrag trägt die Stadtkasse. In Konstanz, wo Senioren dieses Angebot nutzen können, werden dazu 1.000 Euro pro Tag angesetzt. Davon ausgehend wäre für eine Stadt wie Bochum, die vier Mal so viele Einwohner hat, pro Monat in etwa 135.000 EUR Zuschuss notwendig, um ältere Menschen ein Corona-Taxi anbieten zu können. In so eine Maßnahme wäre Geld auf jeden Fall besser investiert, als in Werbeplakate der WIR-Kampagne oder für Subvention von Parktickets.” 

“Wir wollen mit der Risikogruppe der älteren Menschen starten. Hier ist ein Zusammenhang mit schweren Verläufen bei Erkrankungen mit Covid-19 am eindeutigsten und die Umsetzung am einfachsten. Man muss einfach seinen Personalausweis dem Taxifahrer vorzeigen und die Fahrt quittieren. Dann kann das Taxiunternehmen direkt mit der Stadt abrechnen. Die Verwaltung soll prüfen, inwieweit man auch andere Risikogruppen wie Vorerkrankte, z.B. nach Vorlage eines Attests, in das Angebot einbeziehen kann”,  sagt Steude abschließend.  

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