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Energie auf Ackern ernten – Agrothermie und Agriphotovoltaik in die Bochumer Leitziele für ökologische Landwirtschaft aufnehmen 

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„Landwirtschaftliche Flächen können zur ökologischen Energiegewinnung genutzt werden. Und dies parallel zum weiterlaufenden Anbau von Feldfrüchten. Agrothermie und Agriphotovoltaik gehören daher auf jeden Fall in ein zukunftsorientiertes Konzept zur nachhaltigen Landwirtschaft“, erklärt der Stefan Hiltawsky, umweltpolitischer Sprecher der STADTGESTALTER und Mitglied im städtischen Umweltausschuss. Über diesen Vorschlag wird der Ausschuss für Planung und Grundstücke am 09.09.2022 vorberaten. Letztes Wort hat der Rat im Oktober.

Agrothermie nutzt oberflächennah die regenerative Erdwärme unterhalb der Ackerflächen und wird vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt. Dazu wird ein Agrokollektor mit speziellen Maschinen unter den Boden verlegt, ohne dass dieser abgetragen werden muss. So können die Bauern ihre Äcker direkt nach der Verlegung wieder wie gewohnt bestellen. Die Kollektoren nehmen die Erdwärme von rund 12 °C auf. Die Wärme wird dann über Wärmepumpen in nahe Gebäude geleitet, um diese entweder zu kühlen oder zu erwärmen“, erklärt Hiltawsky das Wirkungsprinzip. Dass Bochums landwirtschaftliche Flächen meist in der Nähe von Siedlungen liegen, würde somit zu einem großen Vorteil im Gegensatz zur weitläufigen Landwirtschaft wie z.B. im Münsterland. 

Hiltawsky, Dipl.-Ing. im Fachbereich Elektrotechnik und langjähriger Photovoltaik-Experte, will auch Sonnenenergie auf Bochumer Ackern „ernten“: „PV-Anlagen werden dazu auf Stelzen über dem Feld errichtet. Mit entsprechender Sensorik können die Solarpanels den Gang der Sonne optimal folgen. Laut dem Frauenhofer Institut für Solare Energie wird der Ertrag der Feldfrüchte nicht geschmälert und dennoch eine Effizient von 80% im Vergleich zu konventionellen PV-Anlagen auf gleicher Fläche erreicht. Die technische Entwicklung wird hierbei weitere Potenziale heben“, ist sich Hiltawsky sicher. „Der Klimawandel wird weitere Sommer mit besonders starker Hitze nach sich ziehen. Die Verschattung durch die PV-Module kann dabei sogar die Felder schützen“, meint der STADTGESTALTER.

Die STADTGESTALTER verweisen in beiden Fällen auf entsprechende Pilotprojekte deutscher Kommunen. Im Kreis Heilbronn wird Agrothermie vorangetrieben, während Agrophotovoltaik vom Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg erprobt wird.

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