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Das Kreuz mit der Realität

März 16
14:18 2021

Nein, ich habe kein Problem mit Kreuzen. Ich bin schließlich kein Vampir. Ich sehe gerade nur immer mehr ein strukturelles Problem darin, wie Leute Realität wahrnehmen oder eben nicht. Dabei dürfen sich (fast) alle Menschen angesprochen fühlen, denn (fast) alle meinen, ihre Realität sei die einzig reale.

Aber, wie ein alter Dozent von mir einmal sagte: „Realität ist in hohem Maße subjektiv.“ Ich habe ihm das damals zuerst nicht geglaubt, und musste mich erst von überraschend auftauchenden Schreckgespenstern an düsteren Orten davon überzeugen lassen.

Die Abweichungen in der Realität liegen dabei an der unterschiedlichen Metrik der Menschen für die Wahrnehmung ihrer Umgebung, und an den abweichenden Grundlagen derselben. Eine Objektivierung davon ist nicht beliebig weit möglich, weil auch selbige nur eine Näherung aus dem Blickwinkel von Subjekten darstellt.

Je harrscher aber jeweils zwei Realitäten kollidieren, umso mehr negative Energien werden freigesetzt. Selbige jedoch in einer Zaubermatrix zu bündeln, bekommt man nur mit einer passenden Ausbildung oder umfassenden Studien in den Griff.

Konkret kann man sagen: Die Schnecke erlebt die Welt anders als der Kolibri. Menschen setzen sich dabei gerne auf ein hohes Ross und sagen: „Ja, aber ich sehe ja übergreifend, wie die Welt für Schnecken und Kolibris gleichermaßen ist.“ Elfen sind hier wieder einmal weiser als Menschen. Das Studium ihrer Schriften kann helfen. So sagte schon der große Elfengelehrte Ja´sdro´íldhret: „Stolpere nicht über die Wurzel eines Strauches, dessen Zweige dir den Weg zeigen!“ Das soll heißen, man soll sich an dem Maßstab orientieren, der einen weiter bringt, anstatt sich von bisherigen Vorgaben leiten zu lassen, die behindern.

Die Welt des Menschen ist nämlich keinesfalls objektiver als jene der Schnecke oder des Kolibris. Sie bietet nur eine zusätzlichen Blickwinkel. Die Grundlagen menschlicher Weltsicht mögen elaborierte Instrumente und Messmethoden sein. Der Blickwinkel bleibt dabei jedoch trotzdem der des einzelnen Homo Non Sapiens. Die Sinne der Schnecke und des Kolibri werden dadurch nicht falsch.

Vor ein paar Tagen kam eine Sendung auf ARD alpha, die dies verdeutlicht. (Am 10.3.2021: „Faszination Epigenetik – Vom Gedächtnis der Gene“) Darin ging es, wie der Titel bereits leise andeutet, um neue Erkenntnisse in der Epigenetik. – Wie ein ganz anderer Dozent von mir einmal sagte: „Die Geschichte der Wissenschaft ist eine Geschichte der Revolutionen.“ Entsprechend wurde auch hier die großartig umwälzende Erkenntnis verkündet, dass die Physis auf Einflüsse von Geist und Lebensweise reagiert. Es kam dann noch hinzu, dass dies über Epigene (die auch Erbgut sind) an die eigene Zukunft ebenso wie an nachfolgende Generationen weitergegeben werden kann.

Wenn man einen tibetaischen Mönch zu diesem Thema fragen würden, so würde er vielleicht mit ausgelassenem Gelächter antworten. Der Punkt ist hier, dass auch die Welt der Wissenschaft im Fluss ist; ebenso wie alles andere. Es gibt Entwicklungen nicht nur in eine Richtung, sondern auch Wellenbewegungen und ebenso plötzliche Erkenntnisse, nach denen der verdammte Mönch dann doch Recht hatte.

Will man eine einigermaßen korrekte Antwort für eine Frage haben, so muss man deshalb die vorübergehenden (!) Rechenvorschriften aller Seiten und die Zahlen gleichermaßen beachten. Dabei darf keinesfalls ein Element als allzu sicher gegeben angenommen werden, und damit ein Nachhaken als überflüssig erachtet werden.

Dies hat auch eine Menge mit Politik im Allgemeinen und Lokalpolitik im Besonderen zu tun. Das obige gilt ja in entsprechend angepasstem Maßstab auch für einzelne Menschen. Die verschiedenen Kraturen (ich schrob fürderdem) folgen aus Realitäten, die nicht einfach nur Realitätswahrnehmungen sind – denn der ganze Quatsch ist und bleibt relativ!

Nasenbären von der Presse schreiben vielleicht für eine andere Realität als die des Lesers, den sie eigentlich ansprechen wollen – über die Realität der Politik, die sich aus den Realitäten von Parteien und Interessenverbänden ergibt.

Bescheuerterweise sind dabei alle möglichen Beteiligten der festen Überzeugung, ihre Realität sei die einzig echte. Aber die Wahrheit des Einen schließt die Wahrheit des Anderen nicht aus. Ausgeschlossen werden sollten nur Leute, die absichtlich lügen, dass sich die Balken biegen.

Fragen jedoch sind ohne Wenn und Aber zu beantworten, wenn man nicht durch kollidierende negative Energien (s.o.) völlig unabsehbare Arten von Dämonen beschwören will.

Bleibt böse!

Euer Tobias, der sehr finstere

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Paul Tobias Dahlmann

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