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PARTEI/STADTGESTALTER: Interne Kritik an Intendant Simons ernst nehmen

Foto: Schauspielhaus BO, CCL 4.0

PARTEI/STADTGESTALTER: Interne Kritik an Intendant Simons ernst nehmen
März 29
10:05 2022

In einem offenen Brief kritisieren angeblich 114 Mitarbeiter*innen des Schauspielhauses ihren Intendanten Johan Simons. „Wenn intern im Schauspielhaus tatsächlich ein beschriebenes ‚Klima der Angst‘ herrscht, dann ist es kein Wunder, wenn die 114 Mitarbeiter*innen lieber anonym bleiben wollen. Dass Dezernent Dieckmann da ein ‚offenes Visier’ verlangt, wirkt deutlich zu gutgläubig“, sagt Ratsmitglied Paul Tobias Dahlmann, der für die Fraktion „Die PARTEI & STADTGESTALTER“ im Kulturausschuss sitzt. Seine Fraktion warnt vor einem „Elfenbeinturm Schauspielhaus“.

„Offensichtlich ist der Wunsch nach einer ‚heilen Welt‘ beim Bochumer Kultur-Flaggschiff so ausgeprägt, dass Politik und Verwaltungsspitze Intendant Johan Simons reflexhaft ohne echte Prüfung der Sachlage verteidigen“, so Dahlmann. Ganz überrascht könne man sich aber nicht zeigen, denn „Probleme reißen ein, wenn man sie zu lange ignoriert. Im vergangenen Jahr etwa hatte Simons mitten in der angespannten Corona-Phase externe Künstlerinnen und Künstler aus Südamerika einfliegen ließ. Dazu gab es Kritik von Seiten der Öffentlichkeit, aber auch aus den Reihen der Schauspielhaus-Beschäftigten. Nur die Konsequenzen daraus waren leider etwas mager.“ 

„Die Vermutung der grünen Vorsitzenden des Kulturausschusses, dass es sich bei den Kritikern nur um einen kleinen Kreis handle, der sich zur Hälfte der Belegschaft aufblase, um Aufmerksamkeit zu erlangen, verlangt in vielerlei Hinsicht nach einer genauen Prüfung. Tatsächlich gaben bisher weder SPD-Dezernent noch die Grünen an, tiefere Kenntnis von den Zusammenhängen selbst zu haben. Darum sollten Sozialdemokraten und Grüne den Sorgen der Belegschaft, die immerhin öffentliche Bedienstete sind und für die eine Stadt Bochum auch eine gewisse Fürsorgepflicht zu verantworten hat, zunächst einmal auf den Grund gehen“, fordert Dahlmann. „Angebote für anonymisierte Kritik wären ein nächster Schritt.“

Die Fraktion „Die PARTEI & STADTGESTALTER“ hat eine Verlängerung der Intendanz um weitere drei Jahre bereits im Kulturausschuss mit Verweis auf die mangelnde Resonanz in der Bürgerschaft abgelehnt. „Wenn es stimmt, dass notwendige Lösungsansätze, um die Bochumer wieder zu erreichen, intern nur lapidar abgeblockt wurden, dann könnte das Schauspielhaus zum Elfenbeinturm werden, leider aber ohne kindliche Kaiserin“, mahnt Dahlmann.

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Über den Autor

Dennis Rademacher

Dennis Rademacher

Geschäftsführer der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER" im Rat der Stadt Bochum

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1 Kommentar

  1. Wolfgang und Eva Körner
    Wolfgang und Eva Körner März 31, 20:25

    Ihren Artikel über die anonyme Mail zu Johan Simons haben wir gelesen.
    Wir sind weder der Absender der Mail noch der Initiator dieser Aktion. Jedoch teilen wir die Meinung des Absenders, insbesondere dahingehend, dass Simons Theater fürs Feuilleton, statt fürs Bochumer Publikum macht. Schließlich wird er von Bochumer Steuerzahlern hoch bezahlt. Von internen
    Problemen mit ihm ist uns schon häufig berichtet worden. Auch namhafte Schauspieler und Regisseure haben sich uns gegenüber ähnlich geäußert.
    Wir werden, vorausgesetzt Simons erhält einen Verlängerungsvertrag, unwiderruflich unser seit 25 Jahren ununterbrochenes Abonnent kündigen. Damit schließen wir uns den vielen Abonnenten an, die diesen Schritt bereits vor uns gegangen sind. Im Übrigen, unsere Verbundenheit mit dem Schauspielhaus Bochum besteht bereits seit über 50 Jahren, wir haben noch Hans Schalla mit der damaligen Jugendvormiete erleben dürfen. Deshalb waren wir von den Aufführungen zum 100jährigen Fest im Schauspielhaus und im Musik Forum restlos enttäuscht. Beide Veranstaltungen waren unangemessen und dem Haus gegenüber unwürdig.
    Für die Zukunft wünschen wir uns einen Intendanten, der auch Theater für Bochumer inszeniert, der die deutsche Sprache hochhält und zudem ein breiteres Spektrum in einer Spielzeit anbietet, so wie es seine hervorragenden Vorgänger erfolgreich praktiziert haben.

    Wir sind immer gerne ins Schauspielhaus gegangen, doch seit der Intendanz von Johan Simons ist es nicht mehr unser Theater.

    MfG
    Wolfgang und Eva Körner

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