Start FINANZEN Stadtgestalter lehnen Beteiligung an Wasserstoffproduktion ab

Stadtgestalter lehnen Beteiligung an Wasserstoffproduktion ab

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Die Stadtwerke Bochum planen, sich an einer  zukünftigen Wasserstoffherstellung in Hamm zu beteiligen. Dieses Vorhaben lehnen die STADTGESTALTER ab. 

„Die Stadtwerke haben bislang schlechte Erfahrungen gemacht, wenn es um anspruchsvolle externe Projekte wie z.B. dem Windpark Borkum geht“, erinnert Dr. Steude. „Aufgabe der Stadtwerke ist die Daseinsvorsorge, nicht die zentrale Energieerzeugung. Auch da sind die Stadtwerke bisher wiederholt auf die Nase gefallen, man erinnere sich nur an die Fehlinvestitionen bei STEAG, und den Kraftwerken in Hamm-Uentrop und Lünen. Und wie die Stadtwerke selbst angeben, ist die Produktion von Wasserstoff derzeit nicht wirtschaftlich tragbar.“ 

„Bei der Ausstattung von öffentlichen und privaten Gebäuden mit Photovoltaik-Anlagen, oberflächennaher und tiefer Geothermie, der Nutzung von Abwasserwärme oder der Behandlung von lokal anfallenden Bioabfall in einer Biogasanlage besteht mehr als genug Handlungsbedarf innerhalb Bochums. Das muss das Kerngeschäft der lokalen Stadtwerke sein“, fordert Dr. Steude.

„Grundsätzlich ist der Einsatz von grünem Wasserstoff für eine CO2-neutrale Industrie notwendig“, erkennt Ratsmitglied Dr. Steude an. „In der Wirtschaft sollte aber jeder das machen, was er am besten kann. Die Herstellung von Elektrolyseuren und Wasserstoff liegt bei privaten nicht-städtischen Unternehmen wie Air Liquide, Linde oder ThyssenKrupp Nucera in effizienteren Händen. Diesen Wasserstoff können die Stadtwerke, sollte Bedarf und Nachfrage in Bochum entstehen, risikoarm auf dem Energiemarkt einkaufen“, so der Ökonom. 

Dr. Steude weiter: „Da Wasserstoff gut transportierbar ist, muss die Herstellung auch nicht zwingend innerhalb Deutschlands stattfinden. Der Energieträger kann aus sonnen- und windreichen Regionen, in denen besonders viel grüner Strom zu Verfügung steht, importiert werden.“ Die STADTGESTALTER bezweifeln, dass in naher Zukunft ausreichend grüner Strom in Deutschland produziert werden kann, um nennenswert Wasserstoff herzustellen. „Den grünen Strom in Deutschland brauchen wir besonders für die Elektromobilität und Wärmepumpen“, meint Dr. Steude.  

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