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Problem mit Assistenzhund in Lokal hätte nicht sein müssen, wenn Stadtgestalter-Antrag 2022 umgesetzt worden wäre.

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Medien berichten darüber, dass eine sehbehinderte Person mit ihrem Assistenzhund von einem Bochumer Lokal abgewiesen wurde. Die Betroffene berichtet in besagtem Beitrag der WAZ, „Immer wieder kommt es zu unerfreulichen Auseinandersetzungen.“ Ähnliche Fälle kommen also offenbar häufiger in Bochum vor. Assistenzhunde sind ausgebildete und zertifizierte Begleittiere, die wichtige Aufgaben erfüllen, damit behinderte Personen am alltäglichen Leben teilhaben können. 

„Besonders ärgerlich ist, dass sich Kommunalpolitik und Stadt bereits 2022 mit dem Thema beschäftigten“, so Ratsmitglied Dr. Carsten Bachert, Ratsmitglied der STADTGESTALTER. Seine Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, der eine breite Unterstützung der Kampagne „Assistenzhunde willkommen“ von der Stadt forderte. „Wir wollten, dass die Stadt nicht nur ihre eigenen Stellen mit Publikumsverkehr sensibilisiert, sondern dass auch Gastronomiebetriebe über eine Kooperation mit IHK und DEHOGA über Assistenzhunde informiert werden“, schildert Dr. Bachert. Ein Änderungsantrag der rot-grünen Koalition zum STADTGESTALTER-Antrag, der keine wesentlichen Änderungen vornahm, wurde im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales beschlossen.

Die STADTGESTALTER kündigen eine Anfrage an, die klären soll, was überhaupt von Seiten der Stadt aus dem politischen Beschluss zu Assistenzhunden umgesetzt wurde. Anders als beschlossen wurde das Thema von der Stadt bis heute weder auf ihrer Internetseite noch auf den Sozialen Medien thematisiert. Wahrscheinlich wurden auch weder IHK und noch DEHOGA angesprochen. Die Stadt war fast zwei Jahre untätig.

Auch sei vom Lokal mit Blick auf die Hygiene im Restaurant argumentiert worden, man wolle kein Problem mit der Stadt haben, wenn man Hunde reinlasse. „Hier müssen wir klären, ob es tatsächlich Aussagen der Stadt gibt, die Assistenzhunde im Restaurant kritisch sehen oder diese gar ausschließen“, sagt Dr. Bachert.

Für die STADTGESTALTER stellt Ratsmitglied Dr. Bachert klar: „Eine inklusive Gesellschaft ist kein Nice-To-Have oder ein Randthema. Wir machen uns weiter stark dafür, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben in Bochum teilhaben können. Darum appellieren wir an die Stadt, dass sie die umfangreiche Information der Gastro-Branche, wie von uns vorgeschlagen und beschlossen,  nachholt.“

In einer früheren Version des Artikels wurde auf einen ursprünglichen Änderungsantrag der rot-grünen Koalition verwiesen, der eine Informationskampagne an die Gastrobetriebe über IHK und DEHOGA aus dem Beschlusstext herausgestrichen und die Kampagne lediglich auf städtische Stellen erweitert hätte. In der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales wurde der Passus zur Kontaktaufnahme von IHK und DEHOGA durch die Stadt mündlich wieder in den Beschluss aufgenommen.

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