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Rad-Vorrang-Routen werden für Bochumer Radverkehrskonzept geprüft.

Rad-Vorrang-Routen werden für Bochumer Radverkehrskonzept geprüft.
Januar 08
18:17 2018

Strukturwandel ist eines der Schlagwörter, das einem im Ruhrgebiet oft begegnet. Die Abkehr von der Kohle- und Stahlwirtschaft hin zu einer Wissensgesellschaft ist eine Mammutaufgabe gewesen, vielerorts immer noch eine Herausforderung und leider auch weitgehend verschlafen worden. Anstatt die Region durch Investitionen in den Bildungs- und Dienstleistungssektor fit zu machen und auf die Höhe der Zeit zu bringen, hat man lieber an alten Branchen festgehalten, obwohl diese für alle erkennbar im Niedergang waren. Ebenso wie der Strukturwandel könnte auch bald die Verkehrswende ein Schlagwort für das Ruhrgebiet werden. Und auch hier droht unsere Region, den Wandel bzw. die Wende erneut zu verschlafen.

Während Kopenhagen, Amsterdam aber auch Freiburg im Breisgau frühzeitig in Richtung einer modernen Verkehrspolitik, die Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Ökologie in den Fokus stellt, gewendet haben, läuft bei uns Vieles so weiter, wie gehabt. Es stinkt, es staut und es qualmt. Die Stadt Bochum hat sich zwar bereits vor der Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundliche Städte einen erheblichen Ausbau des Fahrradverkehrs zum Ziel genommen In der Realität verharrt der Anteil der Menschen, die in Bochum das Rad für ihre täglichen Wege innerhalb der Stadt nutzen, bei schwachen 5%. Damit ist das Fahrrad in Bochum auf dem letzten Platz, was die Verkehrsträger angeht.

Bochum muss ordentlich am Ruder reißen, wenn wir die Wende schaffen wollen. Darum hat die Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” bereits neben kleineren erfolgreichen Verbesserungsvorschlägen im vergangenen Jahr einen großen Antrag für eine Modernisierung des urbanen Verkehrs sowie einen großen Antrag zur Verbesserung des Radverkehrs in den Verkehrsausschuss eingebracht. Die Stadt Bochum solle die Idee des Radschnellwegs-Ruhrs aufnehmen und am Beispiel von Freiburg mit Rad-Vorrang-Routen innerstädtische zu Ende denken. Rad-Vorrang-Routen bieten ein kluges Netz an kreuzungsfreien und baulich getrennten Radwegen oder statten die Radfahrer mit einer Vorfahrtbevorrechtigung gegenüber kreuzenden Verkehr auf Fahrradstraßen aus. Dies erlaubt ein sicheres und schnelles Vorrankommen. Dieser Antrag von der Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” wurde leider im Ausschuss abgelehnt.

In der letzten Ratssitzung am 14.12.2017 haben nun aber auch Grüne und SPD einen Antrag formuliert, um die Verwaltung mit einem strategischen Konzept für den Radverkehr zu beauftragen. Ein solches Konzept hat die Stadt Freiburg bereits 2008 angestoßen. Endlich tut sich auch etwas in Bochum. Unter anderem stellte die Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” ihren Antrag für die Rad-Vorrang-Routen erneut und schlug somit den konsequentesten und konkretesten Schritt aller Fraktionen in der Bochumer Verkehrswende vor. Die CDU wiederum legte ihren Akzent darauf, die City-Radialen weiterhin zweispurig für den PKW zu erhalten.

Mit allen Änderungsanträgen wurde konstruktiv umgegangen, so dass nun auch der Vor-schlag der Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” zur Einrichtung von Rad-Vorrang-Routen für einen strategischen Ausbaus des Radverkehrs zumindest geprüft werden soll. Es bleibt also spannend, ob die Stadt Bochum bei der Verkehrswende nicht doch noch mithalten kann.

Über den Autor

Dennis Rademacher

Dennis Rademacher

Geschäftsführer der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER" im Rat der Stadt Bochum

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