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Und? Wo sind die Rinder?

Mai 08
12:21 2022

Kommen wir zurück zum lokalen Tagesgeschehen!

In Bochum war endlich wieder Maiabendfest. Zurück liegen nun Jahre voll mit Themen, bei denen sich die sich die Leute gegenseitig an die Gurgel gegangen sind. Wie der Lauf der Welt ist, haben wir jetzt da zwar noch längst keine Ruhe, aber doch eine spürbare Beruhigung. Ohne nun auf Geisteszustände und Philosophien zu sprechen zu kommen, kann man das vorsichtig so festhalten. Außerdem kann auf der sozialen Ebene aktuell auch Wladimir, der glatzköpfige Beherrscher des Ostens, hinreichend ablenkend wirken.

In Bochum führte die Lage jedenfalls dazu, dass wir hier endlich wieder hinter einem ausgebuddelten Baum her laufen durften, damit Reden gehalten und Bier getrunken werden konnte. Das Spazieren soll ja nun daran erinnern, wie anno 1388 sehr böse Dortmunder in Bochum Kühe geklaut haben. Die Geschichte lässt dabei offen, ob es sich um Schwarzfleck- oder Braunfleckvieh gehandelt hat.

Verschiedene Bochumer Bürger waren deswegen damals indigniert. Also wurden die Junggesellen losgeschickt; wohl eine Art mittelalterlicher Bürgerwehr. Selbigen gelang es unter fröhlichem Gepfeife, den Besitzerwechsel der blöd glotzenden Tiere wieder rückgängig zu machen.

Genau genommen habe ich zu dem Vorgang mal mit meinem Alter Ego ein Buch geschrieben. (Paul Tobias Dahlmann: „Verwegen wie Bochumer Bögen“, Brockmeyer Verlag, ISBN 978-3-8196-0935-0) Leider ist das aber eigentlich nur noch aus zweiter Hand zu bekommen.

An dieser Brauchtumsveranstaltung partizipiere somit aus biographischen Gründen.

Am Samstag, dem 30.4.2022, war ich allerdings erst damit beschäftigt, den Pulk von Leuten und Vereinen überhaupt erst zu finden, der das Herumlaufen zelebrierte. Die Angaben für das Geschehen des Zuges in Harpen waren nämlich zu ungenau für mich. Also rannte ich fluchend durch die Gegend, bis ein paar kurzfristig beschworene hilfreiche Geister mir den Weg weisen konnten.

Dann war der Zug mitsamt potenziellen Wählern aber erreicht, und kurz danach trafen die ersten Ergebnisse vom VfL Bochum aus Dortmund ein. Erst gab es zwei frühe Tore für den VfL, und wir liefen im Bereich des Stadions vorbei, wo gut gelaunte Fans herumlungerten. Dann standen wir uns kurz die Beine in den Bauch vor dem Schwanenmarkt. Prompt machte der BVB auch zwei Tore.

Wir liefen in diesem Jahr auf einem relativ kurzen Weg zum Boulevard. Mittlerweile war ich ziemlich durstig geworden. Der Bierstand war aber ebenso belagert wie komisch organisiert. Das wird der Grund dafür gewesen sein, warum der BVB irgendwann in Führung ging.

Nachdem ich meine Hopfenkaltschale aber endlich hatte, fielen dann auch zwei weitere Tore für den VfL. Ihr seht, meine Leser: Man muss mich günstig stimmen. Dann wird das auch was mit den Dingen.

Zum weiteren Tagesverlauf gibt es noch überflüssige Anektoden um einen umgestoßenen Becher und einen verschwundenen Pommespieker. Aber zumindest habe ich einen Sitzplatz gekriegt.

Es ist allerdings der Gesamtzusammenhang, auf den ich nun aufmerksam machen möchte. Viele Menschen (und manchmal auch Andere) machen sich nämlich die sympathischen Beziehungen in der Welt nicht hinreichend klar.

Es gibt feinstoffliche Querbeziehungen zwischen den Dingen, und es gibt transreale Permutationsgesetze. Diese sind gekoppelt. Allerdings sind sie es nicht zwingend in der Ursache, sondern oft genug auch in der Ablaufparallelität.

Konkret bedeutet das hier: Der VfL hat gewonnen wegen dem Maiabendfest, und weil bei dem eben Bochum gegen Dortmund gewinnt. Die Details dazu verschlunzen sich irgendwie in scheinbar nebensächlichen Ereignissen. Aber der Zusammenhang lässt sich manchmal (wie hier) recht einfach aus deren Häufung ersehen.

Dabei übrig bleibt jetzt nur die eingangs formulierte Frage: Wenn der VfL gegen den BVB gewonnen hat – was hat er dann mit den bei der Gelegenheit eroberten Kühen gemacht? Hat er die schon aufgefuttert oder an einer Straßenecke in Marten vergessen? Ich will auch ein Steak!

Bleibt böse!

Euer Tobias, der sehr finstere

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Paul Tobias Dahlmann

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Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

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    Autofahrer für Dezibel

    Na, super. Kaum hatte ich diese Kolumne geschrieben, schon war sie wieder obsolet. Jetzt muss ich sie umschreiben, damit es irgendwie wieder passt. Das Grundthema ändere ich aber trotzdem nicht. Ällabätsch! Das Problem ist, dass die AfD Bochum sich urplötzlich zerstreuselt hat. Jetzt haben wir da statt dessen eine umbenannte Truppe mit gleichem Personal namens FFB in Bochumer Stadtrat. Über diese Merkwürdigkeit werde ich berichten, sobald ich etwas darüber weiß oder vermute. Die Thema dieser Kolumne war und ist jedenfalls ein zurückliegendes Geschehen in Wattenscheid. Die Ereignisse da sind aufs Engste verknüpft mit eben jener „AfD“, die sich in dem Moment auch noch so nannte. Diese wird von vielen Menschen gehasst und gefürchtet, von mir selbst jedoch nicht richtig ernst genommen. Den Teil werde ich voraussichtlich in Zukunft auch oft ähnlich halten. Also: In Wattenscheid gibt das ja auch so gerade eben so eine Bezirksvertretung, wo höchst lokale Politiker über… Weiterlesen …. 

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