Start UMWELT-VERKEHR Fürs Klima: Biotonne soll Standard in jedem Haushalt werden!

Fürs Klima: Biotonne soll Standard in jedem Haushalt werden!

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„Der größte Teil des in Bochum anfallenden Biomülls landet in der Restmülltonne. Das bedeutet, dass die wertvolle Ressource einfach verbrannt wird. Mit einer obligatorischen Biotonne vor der Tür, wollen wir mehr Biomüll zur Herstellung von klimafreundlichem Biogas nutzen“, erklärt Dr. Carsten Bachert. Das Ratsmitglied der STADTGESTALTER bemängelt, dass Biotonne in Bochum bislang zu wenig verbreitet ist, da diese bislang nur auf Nachfrage zur Verfügung gestellt wird. Mit einem Antrag im Rat am 09.02.2023 soll dies nun anders werden. 

„Wenn man sich eine Restmülltonne genauer ansieht, dann merkt man schnell: Nur rund 30% im Behälter sind echter Restmüll. Fast 40% sind hingegen biologischer Abfall“, erklärt Dr. Bachert mit Verweis auf Angaben des NABU. „Der Inhalt der Restmülltonnen wandert samt der wertvollen Ressource Biomüll direkt in die Müllverbrennungsanlage. Nur wenn Biomüll gesondert gesammelt wird, kann man ihn gezielt einsetzen, um z.B. klimafreundliches Biogas herzustellen.“

„Bislang weist die Biomüll-Sammlung in Bochum erhebliche Lücken auf. Mit rund 5.000 Biotonnen sammeln bei uns nur 2,6% der Haushalte den Biomüll getrennt. So kommt pro Kopf nur die geringe Menge von 6,5 kg in Bochum zusammen. Im benachbarten EN-Kreis sammeln die Einwohner*innen hingegen rund 82 kg an Biomüll pro Kopf ein. Der Grund liegt auf der Hand: Im Nachbarkreis steht die Biotonne ganz automatisch vor jeder Haustür. In Bochum ist es komplizierter: Hier muss jeder Haushalt erst eine Biotonne bestellen“, sagt Dr. Bachert. 

Ratsmitglied Dr. Carsten Bachert, die STADTGESTALTER

Die STADTGESTALTER wollen das Erfolgsmodell nun auch in Bochum einführen. Jeder Haushalt solle wie Papier- und Wertstofftonnen bald auch automatisch eine Biotonne erhalten. „Mit der dann gesammelten Menge an Biomüll ließ sich 4.800 Bochumer Haushalte mit Energie durch eine Biogasanlage versorgen“, so Dr. Bachert.

„Neben den Vorteilen für die Umwelt werden dadurch auch die Bürger*innen entlastet. Je mehr Biomüll effizient genutzt werden kann, desto stärker lassen sich die Müllgebühren senken“, argumentiert Dr. Bachert. Ausnahmen könne es geben, wenn Haushalte nachweisen würden, dass sie den Biomüll selbst sinnvoll nutzen, also für ihren Garten kompostieren.

„Die Biotonne soll ab dann auch häufiger, z.B. wöchentlich, durch den USB abgeholt werden, so es gewünscht wird. Ebenso soll der Service eine regelmäßige Reinigung der Tonne beinhalten. Ebenso soll allen Bürger*innen eine kostenfreie Abfallberatung angeboten werden, um den richtigen Umgang mit der Biotonne zu erfahren und sinnvolle Tipps dafür zu bekommen“, so Dr. Bachert.

Der Rat wird am 09.02.2023 über die obligatorische Biotonne für jeden Haushalt entscheiden. 

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