BOjournal

Beitrag

Mit Innovativem Einsatz von Sharrows für mehr Radverkehrssicherheit sorgen

Dan Reed

Mit Innovativem Einsatz von Sharrows für mehr Radverkehrssicherheit sorgen
Januar 18
10:42 2016

Die Stadt Bochum hat sich bereits vor einiger Zeit um die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundliche Städte in NRW beworben. Bei Umfragen zur Fahrradfreundlichkeit nimmt Bochum aber regelmäßig einen der letzten Plätze ein. Wunsch und Wirklichkeit fallen auch hier mal wieder weit auseinander. Rot-Grün macht den Fehler, lang und breit von schwierig umsetzbaren und in der Finanzierung wackeligen Leuchtturmprojekten wie den Radschnellweg Ruhr zu schwadronieren, während sie einfache, leicht umsetzbare und sofort zu realisierende Maßnahmen links liegen lässt. So genannte Sharrows könnten Bochum aber recht einfach um ein deutliches Stück fahrradfreundlicher machen.
Sharrow Piktogramm

Bochum braucht eine ideologiefreie und pragmatische Verkehrspolitik, die unterschiedliche Interessen der Verkehrsteilnehmer aufnimmt. Dies schließt insbesondere mit ein, bestehende Regelungen und Verkehrssituationen minimalinvasiv ohne Eingriff in den Straßenquerschnitt zu verbessern. Darum ist der innovative Einsatz von so genannten Sharrows, abgeleitet vom englischen Begriff share-the-road-arrows, eine Überlegung wert. Sharrows sind Piktogrammspuren auf der Fahrbahn, die dem Radfahrer signalisieren, wo er sich in einer gemischten Verkehrsführung am besten auf der Fahrbahn bewegen kann. Fahrradfahrer sollten eben nicht immer nur möglichst weit rechts fahren, weil sie sich so im Gefahrenbereich von aufgehenden Autotüren des parkenden Verkehrs und Einfahrten sowie Straßenmündungen befinden würden. Durch den Einsatz von Sharrows können sich Radfahrer darauf verlassen, sich immer auf der sichersten Fahrlinie zu befinden. Die Piktogrammspuren erhöhen dabei auch das Aufmerksamkeitslevel der Autofahrer, die beim Einsatz der Sharrows nachweislich öfters den Sicherheitsabstand bei Überholvorgängen einhalten. Piktogrammspuren dienen auch dazu, dass Fahrradfahrer ermutigt werden, auf der Straße und nicht etwa auf Radwegen, für welche die Benutzungspflicht aufgehoben ist, oder gar auf dem Bürgersteig zu fahren.

Anders als Radfahrstreifen, weisen Sharrows keinen bestimmten Teil der Straße zur exklusiven Benutzung durch Radfahrer aus und stellen auch keinen massiven Eingriff in die konkrete Verkehrssituation dar. Sie sorgen ganz allein dadurch, dass allen Verkehrsteilnehmern bereits bestehende Regeln und Sicherheitsempfehlungen visualisiert werden, für mehr Sicherheit auf unseren Straßen. Sharrows sind auch kein Hexenwerk, denn auch andere Städte hier in Deutschland sowie auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit den Möglichkeiten der Piktogrammspuren. Im Handlungskonzept zur Förderung des Fahrradverkehrs in der Stadt Monheim am Rhein sind Sharrows mit ihren Vorteilen erwähnt. Seit dem vergangenen Jahr setzt die Stadt Eschborn Piktogrammspuren auf ihren Straßen ein. Die Stadt Wien hat testweise Sharrows auf ihren Straßen eingesetzt und im Anschluss eine positive Studie dazu veröffentlicht, die alle geschilderten Sicherheitsverbesserungen bestätigt.

Es wird Zeit, dass wir uns auch in Bochum, mit dieser smarten und pragmatischen Lösung beschäftigen. Auch ein weiterer Vorteil liegt auf der Hand: Anders als so manche Traumschlösser ist das Anbringen der Piktogrammspuren mit Farbe auf den Straßen sehr preisgünstig. Im Ausschusses für Infrastruktur und Mobilität steckt die Fraktion FDP & DIE STADTGESTALTER eine Anfrage zu einer Testphase für Sharrow-Piktogrammspuren in Bochum.

Über den Autor

BOJournal

BOJournal

Redaktionsteam

Ähnliche Beiträge

0 Kommentare

Bisher keine Kommentare!

Bisher keine Kommentare. Möchten Sie einen Kommentar schreiben?

Schreib einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Suche

Die KOLUMNE vom finsteren Zauberer

  • Post thumbnail

    Dämonophon

    So. Ich habe mich entschlossen: Ich kaufe Dämonophon. Es gibt aktuell einfach kein Äther-Netzwerk für Bösewichte, wo den Teilnehmern genug Heavy Metal um die Ohren gehauen wird. Finanzieren werde ich den Deal mit Geld aus dem Weltraum. Ich erpresse einfach den galaktischen Supergangster Carlo Cassiopeia. Der hat Geld genug. Außerdem hat er eine tote Exfrau, bei der es ihn erheblich Mühe gekostet hat, sie los zu werden. Er hatte wohl am Schluss mehr Angst vor ihr als vor Blazogurrah, dem Zerstörer. Hier gilt der Ausspruch von Jesus Sirach: „Ich will lieber bei Löwen und Drachen wohnen, als bei einem bösen Weib.“ Ich wiederum kann Gespenster beschwören. Wenn Carlo Cassiopeia also noch mal ruhig schlafen will in seinem Leben, wird wohl eine größere Menge Credits demnächst den Besitzer wechseln. Mit den Pinunsen werde ich mir dann das sozialmanipulierende Netzwerk zulegen. Am Anfang muss ich natürlich eine ganze Menge Leute bei Dämonophon… Weiterlesen …. 

GERN GESLESEN