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Shared Space macht aus Straßen erlebbaren Raum für alle

EthelRedThePetrolHead

Shared Space macht aus Straßen erlebbaren Raum für alle
Januar 19
11:53 2016

Shared Space – Ein englischer Begriff, dessen Bedeutung sich einem nicht sofort erschließt. In der Fachwelt der Stadtplaner ist Shared Space mittlerweile aber schon zu einem feststehenden Begriff geworden. Damit ist nämlich gemeint, dass sich der sonst klar zwischen Fahrradfahrern, Autofahrern und Fußgängern aufgeteilte und festabgegrenzte Bereich der Straße aufhebt. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt. Was chaotisch und unsicher klingt, sorgt tatsächlich für mehr Sicherheit und wiederbelebte Plätze. Eine Lösung auch für Bochum? Die Alte Bahnhofstraße in Langendreer und die Brenscheder Straße in Wiemelhausen wird für Shared Space ins Gespräch gebracht.

Bild: Coventry City Council

Bild: Coventry City Council

Was für manche noch utopisch klingen mag, das ist in vielen Städten auf der ganzen Welt bereits Realität. Shared Space hat sich als geeignet gezeigt, an einigen Stellen den öffentlichen Raum im Stadtbild aufzuwerten. Straßen verlieren durch Shared Space ihre Kanalwirkung und sollen als neue erlebbare Orte ihre soziale Funktion wiedererlangen. Wird dieser gemeinsam genutzte Verkehrsraum sinnvoll angelegt, kann er die Lebens- und Aufenthaltsqualität steigern und gerade und gerade in den Stadtteilen für eine Belebung sorgen. Dies stärkt die Attraktivität auch für den lokalen Einzelhandel und den Wohnungsmarkt vor Ort.

Neben einer Verbesserung der Lebensqualität tritt auch eine Steigerung der Verkehrssicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen, verzichtet Shared Space als verkehrsberuhigter Bereich auf Bordsteine sowie Abgrenzungen und setzt stattdessen auf eine orientierende Unterteilung des Straßenraums, bei der keine Ampeln oder Verkehrszeichen vorgesehen sind. die Straßenverkehrsordnung wird auf das Prinzip der Gegenseitigen Rücksichtnahme und die Rechts-vor-Links-Regel reduziert. Was sich zunächst chaotisch liest, führt dazu, dass alle Verkehrsteilnehmer mit erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs sind und verstärkt miteinander über Blickbeziehungen kommunizieren und über eindeutigen Gesten interagieren.  Alle nehmen sich bewusster wahr und steigern so die Verkehrssicherheit.

Shared Space kann aber auch Probleme verursachen. Besonders die “schwachen Verkehrsgruppen” der Sehbehinderten, der Rollstuhlfahrer, der Gehörlosen, der Kinder und der älteren Menschen müssen im gemeinsam genutzten Verkehrsraum berücksichtigt werden. Gerade Personen, die in ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt sind, fühlen sich ohne regelnde Orientierungshilfen unsicher. Sie dürfen aber durch Shared Space nicht vom alltäglichen Leben ausgeschlossen werden. Durch den Einsatz von Taktiken Flächen und anderen bautechnischen Lösungen müssen diese besonderen Bedürfnisse von Beginn an berücksichtigt und zufriedenstellend gelöst werden. Shared Space findet auch seine Grenzen. Der gemeinsam genutzte Verkehrsraum eignet sich hervorragend für Stadtteilzentren und an jedem Ort, an dem man soziales Leben im öffentlichen Raum und angrenzenden Cafés und Restaurants begünstigen möchte. Verkehrswege, die Massen an Verkehrsteilnehmer möglichst schnell führen sollen, nämlich die Hauptstraßen, sollen ausdrücklich von Shared Space Überlegungen ausgeschlossen werden.

Für Bochum fragt die Fraktion FDP & DIE STADTGESTALTER im Infrastrukturausschuss bei der Fachverwaltung an, ob eine Umsetzung für Shared Space in unserem Stadtgebiet möglich ist. Als Beispiel könnte die Alte Bahnhofstraße in Langender am Markt oder die Brenscheder Straße von der Stiepler Straße bis zum Kreisverkehr in Wiemelhausen in Frage kommen. BOJournal.de wird über das Ergebnis der Anfrage weiter informieren.

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    Gemeinheiten

    Jaja, Gemeinheiten finden sich überall in der Politik. Mal geht es dabei um Erdowahn, den Irren vom Bosporus, und mal geht es um Jens Spahn und Leute aus seiner Richtung, die gemein zur Bevölkerung sind. Dabei bin ich eigentlich einer Meinung mit vielen Akteuren, dass Demokratie nur ein lästiges Mittel zum Zweck ist. Ich könnte ewig schwadronieren, wie toll ich mir eine Festung mit schwarzen Mauern und Fledermäusen überall vorstelle. Im Garten würden dann Komodo-Warane herumlaufen und auf den Bäumen und Zinnen säßen Papageien, denen ich beigebracht hätte, extrem unanständiges Zeug zu plappern. Leider teilen nicht alle meiner Mitbewerber um die Weltherrschaft meinen Sinn für Ästhetik. Selbiges zeigte sich zuletzt im Ausschuss für Kultur und Touristik, wobei nicht Kultur oder Touristik das Problem waren. Da lief es eigentlich ganz gut. Mein hinterhältiger Änderungsantrag zur Begrünung der Museumsfassade wurde zwar abgelehnt. (Wahrscheinlich hatte irgendjemand durchschaut, dass ich dort menschenfressende Pflanzen aussähen… Weiterlesen …. 

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