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Vorfahrt für nachhaltigen Verkehr – Einrichtung eines Rad-Vorrang-Netzes in Bochum.

Vorfahrt für nachhaltigen Verkehr – Einrichtung eines Rad-Vorrang-Netzes in Bochum.
Juni 27
15:00 2017
  • Netz von Rad-Vorrang-Routen auf Nebenstraßen als Fahrradstraßen mir Vorfahrt planen
  • Hauptstraßen für PKW- und ÖPNV-Verkehr entlasten
  • Sofortmaßnahmen umsetzen

Die Qualität des urbanen Raums in einer Metropolenregion wird unter anderem maßgeblich von einem attraktiven und emissionsfreien Mobilitätsangebot bestimmt. Zwar laufen überregionale Radwege durch Bochum und sollen in Zukunft durch das Projekt des Radschnellwegs 1 erweitert werden, aber innerstädtisch macht die Radinfrastruktur noch nicht so viel her. Gegenüber Städten wie Münster in Westfalen oder Freiburg im Breisgau hinkt Bochum deutlich hinterher. Zeit, hier etwas zu tun.

Unsere Stadt müsste dabei nicht das Rad neu erfinden, sondern könnte sich bei einigen bereits angestoßenen und laufenden Konzepten bedienen. Aachen und Freiburg haben so z.B. Rad-Vorrang-Routen in ihr Verkehrsnetz zusätzlich eingebaut. Eine Maßnahme, die auch neue Perspektiven für Bochum bringen könnte, wenn man anhand dieser Beispiele ein auf Bochum individuell abgestimmtes Netz auf die bestehende Struktur aufsetzt. Eine dadurch entstehende Entflechtung der Verkehre würde auch dafür sorgen, dass der motorisierte Individualverkehr und der öffentliche Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen reibungsärmer fließen würde.

Bei der Aufstellung eines solchen  Konzeptes sollten alle Siedlungsbereiche primär mit der Innenstadt und den bereits vorhandenen überregionalen Radwegen vernetzt werden. In einem weiteren Schritt würde man dann die Verkehre zwischen den Stadtteilen und den Nachbarkommunen unter die Lupe nehmen und das Netz um diese Bedarfe erweitern. Die Rad-Vorrang-Routen müssen in ihrer baulichen Beschaffenheit aber nicht nur den Himmelsrichtungen, sondern vielmehr auch den Ansprüchen von Pedelec- und E-Bike-Fahrern mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h gerecht werden. Daher müssen Rad-Vorrang-Routen eine besonders gute Fahrbahnfläche erhalten.

Rad-Vorrang-Routen bieten einen spürbaren Verbesserungseffekt für das Radwegenetz und sollen daher eine möglichst durchgezogene Vorfahrtregelung gegenüber querenden Verkehr und eine auf Radfahrgeschwindigkeiten getaktete Ampelschaltung aufweisen. Mögliche Höhenunterschiede sollen durch auf den Radverkehr angepasste Rampen überwunden werden. Für die konkrete Streckenführung bietet sich die Einrichtung von Fahrradstraßen in vorhandenen oder unter Umständen neu zu schaffenden Tempo-30-Zonen an. In anderen Streckenabschnitten sollen überbreite Radwege oder zumindest die Nutzung vorhandener oder neu anzulegender Radverkehrsanlagen eingeplant werden.

Die Fraktion “FDP & DIE STADTGESTALTER” hat zum Thema Rad-Vorrang-Routen einen initiierenden Antrag für den Mobilitätsausschuss der Stadt Bochum gestellt.

Unsere Stadt sollte für eine effiziente Umsetzung Kontakt zu Kommunen wie Aachen und Freiburg im Breisgau aufnehmen, die ein solches Netz bereits zum Teil umgesetzt haben, um die dortigen Erfahrungen für eine effiziente Umsetzung in Bochum zu ermöglichen. Die Einrichtung sollte im Verlauf auch wissenschaftlich begleitet werden, um die Auswirkungen auf die Anzahl der Radfahrer und die Sicherheit des Radverkehrs nachvollziehen zu können.

Für eine priorisierte Umsetzung könnten insbesondere die folgenden dargestellten Routen zuvorderst berücksichtigt und umgehend als Sofortpaket Fahrradstraße umgesetzt werden.

 

Über den Autor

Dennis Rademacher

Dennis Rademacher

Geschäftsführer der Fraktion "Die PARTEI & Die STADTGESTALTER" im Rat der Stadt Bochum

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