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Stadt soll sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vorbereiten.

Flughafen Donezk 2015, Foto:«Правда ДНР / Pravda DPR»

Stadt soll sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vorbereiten.
Februar 23
11:54 2022

„Die Verwaltung muss sich angesichts der hoch brisanten Lage in der Ukraine nun früh genug auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen vorbereiten“, meint Dr. Carsten Bachert, Ratsmitglied der STADTGESTALTER. „Dazu gehört es nicht nur, beziehbare Räume in den Flüchtlingsunterkünften vorzuhalten, sondern es muss auch ein ausreichender Pool von ukrainisch- und russischsprachigen Dolmetscher*innen organisiert werden.“ Laut jüngster städtischer Statistik beträgt die Anzahl der in Bochum lebenden Ukrainern 800.

„In Osteuropa liegt Krieg in der Luft. Die Situation ist unberechenbar. Angesichts der militärischen Stärke der Russischen Föderation ist im Fall der Fälle von großem Leid in der ukrainischen Bevölkerung auszugehen. Migrationsforscher rechnen mit acht Millionen Flüchtlingen. Die meisten davon werden in den Nachbarländern Zuflucht finden, einige werden aber auch nach Deutschland kommen“, sagt Dr. Bachert. 

„Im vergangenen Jahr lebten laut dem kommunalen ‚Bochumer statistischen Informations-Systems‘ 800 Menschen mit Ukrainischer Staatsbürgerschaft in Bochum. Sollten deren Angehörige vor dem Krieg fliehen, wäre Bochum wohl deren logisches Ziel. Aber auch weiteren Menschen sollten wir die Hand reichen. Schließlich ist Bochum eng mit der Region Donezk verbunden und gerade dort ist aktuell am wahrscheinlichsten mit einer großen militärischen Konfrontation zu rechnen. Dazu kommt, dass in Bochum die Landeserstaufnahmeeinrichtung NRW verortet ist“, so Dr. Bachert. 

„Es geht aber nicht nur darum, Wohncontainer vorzuhalten. Es muss auch gewährleistet werden, dass Verwaltung und Helfer mit den Flüchtlingen kommunizieren können und die Menschen schnell reguläre Wohnungen beziehen können. Nicht wenige  Ukrainer, gerade aus dem Osten des Landes, sprechen z.B. ausschließlich russisch. Auch müssen wir vergewissern, dass auch das Ausländerbüro im Rathaus vorbereitet ist“, sagt Dr. Bachert.

Nicht zuletzt sei aber auch eine langfristige Perspektive zu erarbeiten, so das Ratsmitglied. „Machen wir uns Nichts vor: Sollte sich Russland einen großen Teil der Ukraine einverleiben, dann wird das nicht so schnell rückgängig gemacht werden können“, sagt Dr. Bachert und verweist auf die Krim, die bereits seit 2014 von Russland besetzt ist. „Die Abschlüsse und Berufserfahrung der ukrainischen Flüchtlinge müssen hier zügig anerkannt und die Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Junge Flüchtlinge müssen wir in Bochum ausbilden und ihnen eine Chance bieten, wenn ihre Heimatstädte besetzte Gebiete werden“, so Dr. Bachert abschließend. 

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